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Zur 1100-Jahr-Feier Garchings hat Albert Neuhasuer die "Carmina Burana" inszeniert.

Trotz angespannter finanzlage

Maestro Neuhauser fordert mehr Geld für die Vereine und die Kultur

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Garching - Die Stadt Garching soll ihre Vereine mit mehr Geld unterstützen, findet Zeitkind-Chef Albert Neuhauser. Auf seine Initiative hin beschäftigt sich der Hauptausschuss des Stadtrats am Donnerstag, 18. Februar, mit dem Thema. Die Stadt ist skeptisch.

Der Deutsch-Türkische Freundschaftsverein in Garching erhält von der Stadt jährlich einen Zuschuss in Höhe von zwölf D-Mark für jedes erwachsene Mitglied. Die Pfadfinder St. Georg hingegen werden mit sieben Mark pro Erwachsenen gefördert und mit 25 Mark für jedes Kind. So steht es in der Zuschussrichtlinie der Stadt Garching, die auf elf Seiten die Förderbeträge für sämtliche Vereine auflistet. Das Papier stammt aus dem Jahr 1992.

Zuschüsse seit 23 Jahren unverändert

Seitdem sind neue Vereine dazugekommen und die Zahlen von Mark in Euro umgerechnet worden; zudem hat die Stadt die Zuschüsse für die Feuerwehr 2009 um 40 Prozent erhöht, und 2011 wurde eine neue Förderrichtlinie für Sportvereine erlassen: Sechs Euro je Erwachsener, 49 Euro je Kind. Davon abgesehen hat sich in den vergangenen 23 Jahren nichts an den Zuschüssen getan – das stößt Neuhauser sauer auf.

Neuhauser: Erhöhung überfällig

„Es ist längst überfällig, die Vereinsförderung der Stadt neu zu überdenken“, sagt der Vorsitzende des Kulturvereins Zeitkind. Diese Forderung hat Neuhauser dem Bürgermeister und sämtlichen Stadtratsfraktionen im November per Brief mitgeteilt; nun wird sein Antrag am Donnerstag im Hauptausschuss behandelt, ab 19.30 Uhr im Ratssaal. Größere Reaktionen habe sein Schreiben bislang nicht hervorgerufen, bedauert Albert Neuhauser. „Der Bürgermeister hat mir erst auf Nachfrage bestätigt, dass der Brief eingegangen ist. Und von den anderen Fraktionen hat sich bis auf den Zweiten Bürgermeister Alfons Kraft noch niemand bei mir gemeldet.“ 

Sonderregelung für die Kultur

Neuhausers Vorstoß zielt auf zweierlei. Erstens will der Zeitkind-Chef, dass die Stadt mehr Geld für die Vereine locker macht. Denn: „Es wird kaum einen Haushaltstitel geben, der sich in mehr als 20 Jahren nicht erhöht hat.“ Zweitens wünscht sich Neuhauser, dass spezielle Regeln bei der Förderung überdacht werden. So bekommen Vereine aktuell nur Zuschüsse für Mitglieder, die in Garching leben. Das sei gerade im Kulturbereich wenig sinnvoll, findet Neuhauser, „da wir auf Mitglieder aus der gesamten Region angewiesen sind“.

Stadtverwaltung skeptisch

Dass er seinen Vorstoß ausgerechnet zu einem Zeitpunkt platziert, zu dem die Stadt anlässlich ihrer 1100-Jahr-Feier gerade viel Geld für Vereine in die Hand genommen hat, kann Neuhauser nicht irritieren. Er findet: „Im Jubiläumsjahr wurden vor allem stadteigene Projekte gefördert.“

Wenn Maestro Albert Neuhauser den Einsatz gibt, stimmen viele Garchinger mit ein. Von 1967 bis zu seiner Pensionierung 2009 war er Kirchenmusiker und Chorleiter von St. Severin Garching und hat viele ambitionierte Projekte glänzend umgesetzt. Jetzt ist er Vorsitzender des Kulturvereins Zeitkind – und fordert mehr Geld für die Vereine.

Die Stadtverwaltung steht seinem Ansinnen jedenfalls kritisch gegenüber. So wird in der Sitzungsvorlage für Donnerstag auf die angespannte Haushaltslage verwiesen. Und „dass sich die Vereinsförderung in Garching im Vergleich zu den Umlandgemeinden jetzt schon auf sehr hohem Niveau bewegt“. Von daher plädiert die Verwaltung dafür, die bisherige Zuschussrichtlinie unverändert zu belassen.

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