Am Margarethenanger: Anwohner hoffen auf Entlastung vom Schleichverkehr

Oberschleißheim - Für fast eine halbe Million Euro soll der Margarethenanger umgebaut werden. Um Autofahrern den beliebten Schleichweg zu vergällen, wird die Straße durch einen 1,80 Meter breiten Fußweg auf der Nordseite verengt.

Gegenüber soll ein 50 Zentimeter breites „Schrammbord“ als Puffer zwischen Gartenzaun und Straße dienen. Die Verkehrsinseln bleiben erhalten.

Zur Überraschung der Fraktionen im Gemeinderat hatten fast alle Anwohner in einer Versammlung dafür gestimmt, die neun Bäume zu fällen. Grundsätzlichen will ein Großteil der Bewohner des Margarethenangers künftig auf Bäume verzichten. Die ebenfalls geforderte Einbahnstraßenregelung lässt die Gemeinde über einen Gutachter prüfen. Das mit der Planung beauftragte Ingenieurbüro warnte davor, den Schleichverkehr bloß zu verlagern. Wie bei der ebenfalls im Gemeinderat vorgestellten Verkehrszählung herauskam, befinden sich unter den Autofahrern besonders in den Morgenstunden nicht wenige Gewohnheitstäter, die schwerlich davon abzubringen wären, die Kreuzung B 471/Feierabendstraße und den in Spitzenzeiten bis zu 39 Minuten pro Stunde geschlossenen Bahnübergang auf anderen Wegen zu umfahren.

Mit dem Ergebnis der Debatte im Gemeinderat dürften die Anlieger weitestgehend zufrieden sein. Über das Gutachten will das Rathaus nicht nur Sinn und Zweck der Einbahnstraßenreglung prüfen. Die Gemeindeverwaltung erhofft sich zudem Informationen darüber, in welche Richtung die Straße für den Verkehr offen bleiben soll. Die Entscheidung für eine Generalsanierung des Margarethenangers fiel deutlich aus. Lediglich drei von vier Grünen Stadträten wandten sich gegen den Beschluss. Ingrid Lindbüchl, Markus Büchler und Gaby Hohenberger wollen nicht akzeptieren, dass „neun gesunde Bäume“ fallen sollen. Helga Keller-Zenth (Grüne) schloss sich den übrigen Fraktionen unter Vorbehalt an: Helga Keller-Zenth warnt davor, dass eine generalsanierte Einbahnstraße Autofahrer geradezu zum Rasen einladen könnte.

Was die Bäume betrifft, hatte Bauamtsleiter Josef Schartel mit Bedauern erklärt, dass im Fall einer Generalsanierung kein Baum zu retten wäre. Beim Abtragen des Asphalts würden die Flachwurzler irreparabel beschädigt. Abgesehen von dem Laub, das regelmäßig im Herbst auf die Grundstücke fällt, beschädigen die flachen Wurzeln offenbar auch Teile des Privatgrunds der Anlieger. Baumatsleiter Schartel zufolge bleibt es den Gemeinderäten aber überlassen, die als Hindernisse beibehaltenen Verkehrsinseln mit Bäumen zu bestücken. Bei der Auswahl sollte man aber besser auf flach wurzelnde Arten verzichten.

Wenn die Fraktionen der Generalsanierung auch in der Haushaltsberatung im Januar zustimmen, stehen die veranschlagten 460 000 Euro bereits im kommenden Jahr zur Verfügung. an

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