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So kennt man sie in Haar: Maria Ried mit Hut. Links ihre Tochter Anita Ried, rechts Sohn Anton und hinter ihr Dritter Bürgermeister Thomas Reichelt.

Die Dame mit Strohhut

Maria Ried feiert ihren 100. Geburtstag

Haar – Sie ist die Dame mit dem Strohhut. Ihr Markenzeichen. Und: Maria Ried ist eine echte Jahrhundertdame. Ihren 100. Geburtstag feierte sie auf der Terrasse des Haarer Maria-Stadler-Hauses. Mit Hut.

„Leider hab ich keinen kalten Schampus bekommen.“ Mit entschuldigendem Blick köpft der Enkel Andreas Ried eine Flasche Rose-Prosecco. „Davon trinkt sie auch gerne ein Glas“, entgegnet Anita Ried, die Tochter der Jubilarin lächelnd. Ihre Mutter sitzt an der Mitte der festlich gedeckten Tafel, die beiden Musiker spielen auf dem Akkordeon „Hoch soll sie leben“ – und alle stimmen mit ein. Die Jubilarin lächelt. Sie freut sich über die vielen schönen Blumen und über die Grüße von hochoffizieller Seite: Schon morgens lag der Brief von Bundespräsident Joachim Gauck in der Post. Von der Gemeinde Haar kam Dritter Bürgermeister Thomas Reichel mit Grüßen aus dem Rathaus und den Glückwünschen des bayerischen Ministerpräsidenten.

Glückwünsche von Bundes- und Ministerpräsident

Phänomenal, wie sie da nach einem Jahrhundert Leben noch sitzt. Denn einfach waren diese hundert Jahre nicht immer. Geboren wurde Maria Ried am 9.9.1916 in der Oberpfalz. Eine ärmliche Gegend, die sie – wie so viele – verlassen musste, um arbeiten zu können. Als Magd kam sie nach Franken. Dort lernte sie auch ihren späteren Ehemann Heinrich kennen. Sieben Kinder hat sie geboren, sechs haben das Kindsbett überlebt, fünf Mädchen und ein Bub.

Freundliche Einzelgängerin

„Trotz ihrer großen Familie war sie immer eine Einzelgängerin – sie war trotzdem sehr höflich und freundlich zu den Nachbarn und zudem sehr gläubig“, erzählt die Tochter Anita. Ihr großes Hobby war das Lesen – und das ist es auch bis heute geblieben.

Geheiratet hat Maria kurz vor dem Krieg, der ihr den Mann auch sofort wieder entzog. Eine schwierige Zeit: Damals hatte sie bereits drei kleine Kinder, die sie als Magd allein umsorgen musste. Oft habe sie erzählt, dass sie nicht mit ihren kleinen Mädchen in den Luftschutzkeller gelassen wurde, erinnert sich ihre Tochter. Doch sie hat alles gemeistert. Ihr Mann verstarb schließlich 1982, ab dann versorgte sie sich alleine. Und war immer für ihre große Familie da. Sie ist ein offener, verlässlicher Mensch. Sie hat mir immer zugehört und auch immer einen Ratschlag parat“, sagt Anita Ried.

Im Maria-Stadler-Haus wieder aufgeblüht

Ende November 2010 holte Anita Ried, die selbst in Riem lebt, ihre Mutter zu sich, besser gesagt ins Haarer Maria-Stadler-Haus. Damals stand es nicht gut um sie: Die 94-Jährige war bereits in palliativer Behandlung. „Sie hat sich hier sofort sehr wohl gefühlt“, erinnert sich die Tochter. Und so kam es wohl auch, dass sich die alte Dame so erholte, dass sie schon beim nächsten Faschingsfest des Seniorenheims eine „Auszogne“ schmecken lassen konnte. Heute trifft man sie mit ihrer Tochter häufig an der Eisdiele an – eine Kugel in der Waffel gönnt sie sich dann. „Und die Kinder kennen sie schon – sie ist eben die Dame mit dem Strohhut.“

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