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Pfarradministrator Albert Schamberger will ab März wieder sonntagabends in Maria Sieben Schmerzen Messe feiern.

Maria Sieben Schmerzen ist keine Krankenhauskirche mehr

Im Jugendstil-Kleinod beginnt eine neue Ära

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104 Jahre lang war Maria Sieben Schmerzen Krankenhauskirche des psychiatrischen Klinikums Haar-Eglfing. Ab Februar gehört das Gotteshaus zum Pfarrverband Haar.

Haar – Der regelmäßige Besuch der Kirche, der Gottesdienste, sollte für die Patienten nicht nur Zuflucht sein, sondern Hilfsmittel zur Strukturierung des eigenen Lebens-Alltags. Diese Ära endet mit einem Gottesdienst am Sonntag, 12. Februar. Ab 9 Uhr feiern das katholische und das evangelische Seelsorgeteam am Klinikum München-Ost diesen Abschied in dem Gotteshaus auf dem Gelände des Klinikbereichs „Haar II“. Dort gibt es mittlerweile kaum noch Patienten, und die Gerontopsychiatrie wird auch noch verlegt. Denn „Haar II“ wird zum „Jugendstilpark“, einem Neubauviertel mit bis zu 2500 Bewohnern (wir berichteten).


„Jugendstil“ ist das Stichwort, denn Maria Sieben Schmerzen ist ein Kleinod aus dieser Epoche und steht unter Denkmalschutz. Architekt Richard Neithard hat die 1912 eröffnete Kirche bis ins kleinste Detail im Jugendstil geplant und ausgeführt, auch die Bildhauerarbeiten und Heizungsgitter. „Wodurch jedes einzelne Stück seine Handschrift trägt“, schreibt Gisela Goblirsch-Bürkert in einer Abhandlung über das Gotteshaus. Der Bezirk Oberbayern weiß, was für ein Kleinod er da besitzt. Und will mit dem Erzbistum ein Konzept entwickeln, wie die Kirche weiter mit Leben erfüllt werden kann.

Dabei wird Albert Schamberger (75) eine wichtige Rolle spielen. Er war lange Jahre Leiter der katholischen Krankenhaus-Seelsorge und ist jetzt Pfarradministrator des Pfarrverbands Haar. Voraussichtlich ab März will er eine alte Tradition in Maria Sieben Schmerzen wieder aufleben lassen. Den Sonntagabend-Gottesdienst, immer um 19 Uhr, zu dem auch Gläubige aus anderen Gemeinden gerne gekommen sind. Diese Tradition gab es schon 1975, als Albert Schamberger nach Haar gekommen ist, und schon Jahrzehnte davor. Der Pfarrgemeinderat und die Kirchenverwaltung von St. Konrad haben sich bereits für diese Abendgottesdienste ausgesprochen.

Der bislang letzte war im Oktober 2016. Wegen Schimmelsporen im Orgelprospekt wurde aus Gesundheitsgründen kein Gottesdienst mehr in Maria Sieben Schmerzen gefeiert; bis auf die Christmette, die aber ohne Orgelspiel.

Orgel muss zerlegt werden

Die Orgel musste zerlegt und gereinigt werden, und diese Arbeiten werden wohl im Verlauf des Februars beendet sein. Vielleicht kann die Orgel schon beim Abschiedsgottesdienst am 12. Februar wieder erklingen.

Auf jeden Fall aber, wenn Albert Schamberger wieder sonntagabends zur Messe einlädt. Seit April 2016 ist er Pfarradministrator, und er bleibt es bis Ende Juli 2017. Denn zum 1. August tritt Pfarrer Kilian-Thomas Semel, bislang Pfarrer in Unterhaching, seine neue Stelle in Haar an (wir berichteten).Albert Schamberger hat ihn schon gefragt, ob er sich auch an den Gottesdiensten in Maria Sieben Schmerzen beteiligen wird, und Pfarrer Semel hat zugesagt. Ab 31. Juli wird Albert Schamberger noch in der Seelsorge mithelfen, andere Aufgaben aber abgeben. Im Oktober wird er 76.

Katholiken in Haar

Rund 8000 Katholiken leben in der 20 000-Einwohner-Gemeinde Haar. Acht katholische Kirchen gibt es in Haar und seinen Ortsteilen. Neben Maria Sieben Schmerzen und St. Raphael, das Krankenhauskirche bleibt auf dem Gelände von Haar I, sind das: St. Konrad Haar; St. Bonifatius Haar; das Nikolauskircherl in der Kirchenstraße 5; St. Martin Ottendichl und Mariä Himmelfahrt Salmdorf.

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