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Geschäftsleute in der Ortsmitte verärgert

Markthändler ziehen um zum Maibaum

Die Standbetreiber am Garchinger Wochenmarkt wollen vom Bürgerplatz zum Maibaum umziehen. Der Hauptausschuss im Stadtrat hat das nun genehmigt – sehr zum Ärger des Gewerbeverbands und mehrerer Geschäftsinhaber in der Ortsmitte.

Garching – In Garching gibt es zwei Märkte, die unterschiedlich gut laufen: Beim samstäglichen Bauernmarkt auf dem Rathausplatz müssen die Besucher neben dem Einkaufskorb auch Geduld mitbringen, wenn sich wieder mal lange Schlangen vor den Ständen bilden. Anders sieht es mittwochs beim Wochenmarkt auf dem Bürgerplatz aus: Bisweilen stehen hier kaum eine Handvoll Wagen; und der Andrang ist – vorsichtig gesagt – überschaubar.

Ungleich mehr Betrieb herrschte dagegen Ende November, als der Wochenmarkt wegen des Christkindlmarkts auf den Maibaumplatz umziehen musste – und dies brachte die Händler auf eine Idee: Nur zwei Wochen später beantragten sie bei der Stadt die dauerhafte Verlegung und führten als Grund die besseren Umsatzzahlen an, die sie auf die Nähe zum U-Bahnhof und die Lage an der Ortsdurchfahrt zurückführen, was Spontankäufer anziehe. Diesem Ansuchen der Markthändler hat der Hauptausschuss im Stadtrat nun stattgegeben – nach langer Debatte und gegen die Stimmen von CSU und FDP.

Weniger Marktbeschicker kommen

Tatsächlich sei der Wochenmarkt vor rund fünfzehn Jahren auf Wunsch der Ladenbesitzer am Bürgerplatz dorthin verlegt worden, sagte Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD). „Aber wir stellen fest, dass immer weniger von den zugelassenen Marktbeschickern kommen, und wenn man nachfragt, heißt es: Das rentiert sich nicht wirklich.“ Infolge des Antrags hätten Stadt und Feuerwehr geprüft, ob eine dauerhafte Verlegung machbar sei. Das Ergebnis: Zwar müsse man am Maibaumplatz für 15 000 bis 20 000 Euro neue Stromverteiler und einen Wasseranschluss errichten. Aber prinzipiell stehe dem Umzug nichts im Wege. „Der Markt würde sicher gewinnen, wenn er am Maibaumplatz wäre“, sagte Gruchmann. „Natürlich wird’s aber auch zwei, drei Geschäftsleute am Bürgerplatz geben, die das bedauern.“

CSU: Stadt soll nicht für Händler investieren, die von außerhalb kommen

Diese Aussage sei noch untertrieben, erwiderte Salvatore Disanto, CSU-Stadtrat und Vorsitzender des Gewerbeverbands. Er habe mit mehreren Ladenbesitzern gesprochen, darunter das Bücher-, Schuh- und Blumengeschäft, „und die sind richtig erbost, dass man über eine Verlegung nachdenkt“, sagte Disanto. „Der Markt gehört in die Ortsmitte, und das sind Bürger- und Rathausplatz, nicht der Maibaumplatz.“ Dass die Stadt auch noch Geld in die Hand nehmen wolle „für Händler, die von außerhalb kommen“, könne er nicht nachvollziehen. „Unser Interesse sollte den Geschäften in Garching gelten“, betonte der CSU-Mann.

In der Folge erklärten auch Walter Kratzl (Grüne) und Florian Baierl (UG), dass eine Belebung des Bürgerplatzes durch den Markt prinzipiell wünschenswert sei. Und dennoch sprachen sich beide für eine Verlegung aus, weil man „der Realität ins Auge sehen muss“, so Baierl. Und Joachim Krause (SPD) betonte: „Wir sollten nicht nur über die Geschäftsleute sprechen, sondern auch über die Kunden. Da müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass der Wurm dem Fisch schmecken muss – und nicht dem Angler.“

Im zweiten Anlauf ging Disanto noch auf die Parkplatzsituation am Maibaum ein, auf das „fehlende Flair“ an dieser Stelle sowie auf die Konkurrenz, die für die nahen Bäckereien und den Metzger entstünde. Doch bei den anderen Fraktionen fand er damit kein Gehör. Mit 9:5-Stimmen votierten sie für die Verlegung, wobei der Bürgermeister anmerkte: Der Umzug werde erst vollzogen, wenn die Anschlüsse fertiggestellt sind.

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