Massive Betrugsvorwürfe gegen den TSV Sauerlach

- Sportgericht ermittelt - Trainer Bastanoglou beurlaubt

VON MARTIN BECKER Sauerlach - Auf der Internetseite von den Handballern des TSV Sauerlach hagelt es derzeit erboste Einträge. Im Gästebuch stehen Formulierungen wie "verbrecherische Mittel", "versuchter Betrug", "unterstes Niveau", "Dreistheit" sowie die Empfehlung: "Schämt euch!" Tatsache ist, dass der TSV Sauerlach am vergangenen Wochenende bei der 31:34-Heimniederlage gegen Spitzenreiter TuS Prien zwei Spieler vom SC Kissing unter falschem Namen eingesetzt hat. Mit dem unrühmlichen Vorfall beschäftigt sich nun die Sportgerichtsbarkeit.

Beim Bayerischen Handball-Verband (BHV) stand in den vergangenen Tages das Telefon nicht mehr still in puncto TSV Sauerlach. Zwar ging die Partie gegen Prien ohnehin verloren, doch die Konkurrenz wittert nun den Verdacht, die Sauerlacher könnten schon öfters gemogelt haben. Eventuell müssen nun rückwirkend alle Spielberichtsbögen der Saison, die an diesem Wochenende ihren Abschluss findet, überprüft werden. Pikant: Sauerlach, das beim TSV Übersee antreten muss, steckt mitten im Abstiegskampf - außer einer Niederlage könnte auch eine Bestrafung durch den Verband zum Abstieg aus der Bezirksoberliga führen.

"Schade", sagt der Vorsitzende des BHV-Bezirkssportgerichts, Josef Fehn. "Solch ein Sumpf schadet unserem Sport" "Eigentlich wollten wir uns in unserer Sportart mit dem Europameister-Titel sonnen, da ist solch ein Sumpf in den unteren Klassen nicht gerade förderlich." Für Fehn stellt sich die Frage: "Gab es solche Unsportlichkeiten schon öfters?" Spielleiter Hans Ebersperger ("Eine eigenartige, schon ziemlich massive Geschichte") kommt trotz des Priener Sieges kaum drumherum, von Amts wegen ein Sportgerichtsverfahren zu beantragen.

Die Sauerlacher Handball-Führung um Abteilungsleiter Klaus Zimmermann ging gestern auf Distanz zu dem unrechtmäßigen Einsatz von Spielern unter falscher Namensangabe. "Der Abteilungsvorstand distanziert sich von dieser Angelegenheit. Sie fand ohne unser Wissen statt", ließ Zimmermann verlautbaren. Und: "Bis zur Klärung durch den Bayerischen Handball-Verband ist Trainer Enver Bastanoglou beurlaubt." Kurzum, dem Trainer wird die Verantwortung zugeschoben.

Ob dies so stimmt, muss sich erst herausstellen. Der Kissinger SC nämlich hat seine beiden Spieler Janos Csele und Peter Czegle, die unter falschem Namen für Sauerlach spielten, zum Rapport zitiert und sie nach einem "Geständnis" sofort suspendiert. Aus Kissingen sickerte darüber hinaus durch, dass ein Angeblich kein Geld für Aktion bezahlt Mitglied des Sauerlacher Abteilungsvorstands durchaus in die dubiose Aktion involviert gewesen sein soll.

Aus Kreisen der Sauerlacher Mannschaft verlautete, die beiden "Falsch-Spieler" seien mit einigen TSV-Akteuren befreundet und hätten den kleinen Dienst nicht für Geld, sondern aus purer Verbundenheit getätigt. Ansonsten reagierte man ein wenig überrascht über das harsche Echo aus der Branche - schließlich handele es sich doch nur um Amateursport. Stimmt schon, aber auch dort gelten gewisse Regeln.

Die Webseite der Abteilung unter www.handball-sauerlach.de

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