Von Heiligen umgeben: Georgine Mayrhofer und ihr Ehemann Hans Mayrhofer. Foto: AGm

Mayrhofers bringen Gold und Glanz

Unterschleißheim - Bei Familie Mayrhofer kann eigentlich nichts schief gehen. Zwei der drei heiligen Nothelferinnen bewachen ihr Haus: Die Heilige Katharina, die Patronin der Schulen und der Universität Eichstädt, sowie die Heilige Barbara, Nothelferin der Feuerwehrleute und Architekten.

Bei Familie Mayrhofer kann eigentlich nichts schief gehen. Zwei der drei heiligen Nothelferinnen bewachen ihr Haus: Die Heilige Katharina, die Patronin der Schulen und der Universität Eichstädt, sowie die Heilige Barbara, Nothelferin der Feuerwehrleute und Architekten.

Zwei Heilige Frauenfiguren, die für Hans Mayrhofer (50) eine besondere Bedeutung haben. Denn ihre Schönheit verdanken sie den Händen von Ehefrau Georgine und der gemeinsamen Tochter Eva. Die Heiligenfiguren sind die Meisterstücke der beiden Kirchenmalerinnen. Obwohl Jahrzehnte zwischen ihrem Entstehen liegen, wirken sie wie aus einem Guss und symbolisieren den Fortbestand des Kirchenmalermeisterbetriebes Mayrhofer.

Der hatte seinen Anfang Mitte 18. Jahrhundert. Der Großvater seines heute 80 Jahre alten Opas, erzählt Mayrhofer, begann mit den Malerarbeiten in Kirchen und dem Bemalen von Heiligenfiguren. Sein 1924 in Isen geborener Opa Hans Mayrhofer gründete im Münchner Stadtteil Waldtrudering die Kirchenmaler-Werkstatt. Vater Hans folgte dem Handwerk nach. Nur den heutigen Geschäftsführer der Restaurierungswerkstätte zog es mehr zum Betriebswirtschaft- und Informatikstudium.

Dass die Kirchenmalerei dennoch Fortbestand bis in die nun schon sechste Generation hat, ist der jungen Eichstädterin Georgine zu verdanken. Als Gesellin kommt sie 1980 mit 18 Jahren in die Münchner Werkstadt Mayrhofer - und verliebt sich sofort, „ganz klassisch“, wie sie lachend erzählt, in den Sohn des Hauses. Man heiratet und die Töchter Georgine, Vroni und Eva werden geboren. 1992 endlich hat die Mutter Zeit, ihre Meisterprüfung mit einer Nachbildung der Heiligen Katharina des Nationalmuseums abzulegen. Hier zeigt sie mit geschickter Hand und viel Geduld ihr Können. Der geschnitzte Mantel der Heiligen Katharina erhält eine glanzvoll silbrig farbige Prägung in Lüsterfassung. 20 Jahre später - inzwischen ist die Familie privat und mit der Werkstatt nach Unterschleißheim gezogen - macht es Tochter Eva bei ihrem Meisterwerk mit der Heiligen Barbara genauso.

Geduld und Durchhaltevermögen brachte Georgine Mayrhofer schon bei Lehrbeginn mit. Drei Tage lang mussten sie bei Kälte in einer Dorfkirche bei Eichstädt Eimer für Eimer für den Kalkanstrich auswaschen. In Usbekistan vergangenes Jahr war ebenfalls Durchhaltevermögen gefragt. In sechs Wochen erschuf die Werkstatt eine 2000 Quadratmeter große vergoldete Außenwand am Kongresszentrum der Landeshauptstadt Taschkent. 300 000 Blatt Palladium wurden mühselig Blatt für Blatt aufgebracht.

Eine Technik, Farbe über Trägermaterialien direkt auf die Wand zu bringen, die Mayrhofer auch für die moderne Innengestaltung nutzt. Über eine Art digitale Abziehbilder können Bilder als Wandmalerei an die vorher mit speziellem, feuchten Anstrich vorbereiteten Wände übertragen werden. „So habe ich vor kurzem die Wand eines Esszimmers gestaltet, oder auch die Wandfläche entlang einer Badewanne. Die Wirkung ist enorm, nicht vergleichbar mit einem aufgehängten Bild. Die Kunden sind immer hellauf begeistert.“ Die Leidenschaft für ihre Arbeit hat Geogine Mayrhofer nicht verloren. Und sie hat sich an die jüngste Tochter vererbt. agm

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