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Jugendbeirat soll sich gründen

Mehr Mitspracherecht für junge Unterföhringer

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Die Unterföhringer Jugendlichen sollen bei Themen, die sie selbst betreffen, ein stärkeres Mitspracherecht erhalten.

Unterföhring– Die Stühle im Saal hätten am Donnerstagabend beinahe nicht ausgereicht, so viele Zuhörer drängten in die Sitzung des Gemeinderats, darunter Jugendliche. Ihr Interesse galt gleich dem ersten Antrag: Der Gemeinderat hat die Gründung eines Jugendbeirats auf den Weg gebracht.

Die Initiative dazu geht von Simone Guist (PWU) aus. Die 25-jährige Studentin ist Jugendbeauftragte des Gemeinderats. Sie wünscht sich, dass ein Jugendbeirat die Ideen der Jungen in die Arbeit des Gemeinderats einbringt. Durch Anregungen und Stellungnahmen zu jugendrelevanten Themen sollen die gewählten Beiräte ihre Meinung kundtun.

Erste Jugendsprechstunde ist am 30. März

Nicht Kinder sind dabei die Zielgruppe, sondern die Zwölf- bis 25-Jährigen. Schon im Vorfeld der Gründung dürfen sie Vorschläge für das Konzept und die Satzung formulieren, die natürlich am Ende mit der Gemeindeordnung vereinbar sein muss. Ihre Ideen können die jungen Leute am Donnerstag, 30. März, vortragen. Denn zu diesem Termin hat Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) alle Zwölf- bis 25-Jährigen ins Rathaus eingeladen: „1279 Personen – mit Rückantwort“, sagte er stolz. Für den Fall, dass der Platz im Sitzungssaal nicht ausreichen sollte, seien Vorkehrungen für den Umzug ins Bürgerhaus getroffen.

Junge Leute von Anfang an einbeziehen

Obwohl sich alle Fraktionen einig waren, dass ein Jugendbeirat gegründet werden soll, kam es zu einer zäh geführten Diskussion. Ursprünglich hatte Simone Guist im November beantragt, dass Vertreter der Rathausverwaltung, der Jugendfreizeitstätte Fezi und sie selbst als Jugendbeauftragte „ein passendes Konzept mit einer Satzung“ erarbeiten würden. Als darüber der Jugend- und Kulturausschuss im Februar beriet, schlug Zweite Bürgermeisterin Betina Mäusel (CSU) vor, die Jugendlichen von Anfang an zu beteiligen. Das überzeugte alle. „Wir wollen ihnen keine fertige Satzung vor die Nase setzen“, sagte Kemmelmeyer am Donnerstag. Philipp Schwarz (SPD) ist wichtig, „dass auch die leisen Jugendlichen zu Wort kommen“.

Johannes Mecke (Grüne), der bereits im Kommunalwahlkampf 2002 für ein Jugendparlaments eintrat, schlug per Änderungsantrag vor, Jugendbeiräte aus Gilching einzuladen – „sie könnten erzählen, wie es gut läuft“ – und die Altersgrenze schon bei 22 Jahren zu ziehen, „weil danach die Gruppe der jungen Erwachsenen anfängt“. Dem widersprach Franz Solfrank (CSU): „Wir waren uns im Ausschuss einig, dass Jugendliche und junge Erwachsene die Zielgruppe sind, und wir waren uns einig, dass wir die Jugendlichen von Anfang an einbeziehen. Wenn wir jetzt schon sagen, Gilching ist das Vorbild, machen wir genau das Gegenteil.“ Der Änderungsantrag wurde abgelehnt, der Antrag von Simone Guist anschließend einstimmig angenommen. Charlotte BOrst

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