Mit dem Merkur zum Weltcup nach Garmisch

- Die Kandarhar-Abfahrt stellt sogar die "Streif" in den Schatten

Garmisch-Partenkirchen (mm) - Sie flößt Respekt ein, alle sprechen von ihr ehrfürchtig. Sie setzt selbst den Ski-Heroen zu und fordert sie wie keine zweite: die Kandahar. Die Weltcup-Abfahrtsstrecke von Garmisch-Partenkirchen gilt seit 2003 als die schwerste der Welt, selbst die "Streif" von Kitzbühel kommt nicht an sie heran. "Brutalst", nennt sie Stephan Eberharter, und er muss es wissen. Eberharter meisterte die 3455 Meter lange Strecke im vergangenen Jahr als Schnellster und gewann 2002 sowie 2003 den Gesamtweltcup.

In Abwesenheit von Hermann Maier, der noch an den Nachwirkungen seines schweren Motorradunfalls litt, dominierte Eberharter die Szene. Heuer kommte es in der Abfahrt am 31. Januar (11 Uhr) und beim Super-G am 1. Februar (11 Uhr) wieder zum Duell der wohl weltbesten Skifahrer der Gegenwart.

In Deutschland macht der Weltcupzirkus der Männer in diesem Winter nur in Garmisch-Partenkirchen Station. Wer die Stars hautnah erleben möchte, hat dazu nur in Deutschlands Wintersportort Nummer eins Gelegenheit - der Münchner Merkur verlost 5 x 2 Eintrittskarten für die Rennen (siehe eingerahmten Zusatztbericht).

Die Rennen auf der Kandahar sind für Garmisch-Partenkirchen in diesem Jahr von besonders großer Bedeutung, da sich der Ort unter Alp- und Zugspitze zusammen mit dem Deutschen Skiverband (DSV) für die Ausrichtung der Weltmeisterschaft 2009 bewirbt. Welches Land den Zuschlag erhält, entscheidet der Vorstand des Internationalen Skiverbands (FIS) Anfang Juni in Florida (USA). Konkurrenten sind Vail (USA), Schladming (Österreich) und Val d` Isere (Frankreich).

Die Chancen, sie stehen nicht schlecht, denn für Garmisch-Partenkirchen sprechen viele gute Gründe. "Ski-Alpin heißt Garmisch-Partenkirchen", sagt Christian Neureuther, als Slalomfahrer selbst einer der Weltbesten. Und Rosi Mittermaier, 1976 bei den Olympischen Spielen in Innsbruck zweifache Goldmedaillengewinnerin, sieht es ähnlich wie ihr Ehemann: "Ich will dort leben, wo der Skisport zu Hause ist: in Garmisch-Partenkirchen."

"Die unvergleichbare Landschaft, die gute Infrastruktur, die Nähe zu München, unsere lange Tradition. Bei uns verschmelzen einfach Legenden und Visionen", sagt Peter Fischer, der Präsident des SC Garmisch.

Viele Vorzüge - keine Nachteile. Und doch: Der Kandidat Garmisch-Partenkirchen steht schon seit Jahren unter Beobachtung, heuer aber ganz besonders. Mit den gelungenen Weltcuprennen am 31. Januar/1. Februar könnte man Pluspunkte sammeln auf dem Weg zu 2009. "Wir müssen zeigen, dass wir die WM wollen", so Fischer. Weit mehr als zehntausend Zuschauer würden das FIS-Gremium mit Bestimmtheit positiv beeinflussen. "Der deutsche Skisport braucht die Weltmeisterschaft."

Fischer appelliert nicht nur an die Garmisch-Partenkirchner, sondern auch an die Bewohner der Region und des südlichen Bayerns. "Helfen Sie uns durch einen Besuch der Weltcup-Rennen."

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