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Von weither sichtbar: die bunten Kräne der "Bauma".

Drei Großveranstaltungen

"Autobahnen am Limit": Am Wochenende droht Horror-Stau

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Landkreis – Fußball, Flohmarkt und "Bauma": Die Autobahnen und Zufahrten sind überlastet. Autofahrer brauchen am Wochenende Geduld.

Sie überragen alles und sind ein echter Blickfang: Die bunten Kräne auf dem Messegelände in Riem sind schon von der Autobahn zu sehen. Genügend Zeit, um sich die Stahlriesen aus der Ferne genauer anzuschauen, haben die Autofahrer derzeit. 

Denn die „Bauma“ bedeutet für Messebesucher und Landkreis-Bürger vor allem eines: kilometerlange Staus auf der A 94 und A 99 sowie auf allen Zufahrtsstraßen. Schnell wird aus der kurzen Strecke zwischen Arbeitsplatz und Wohnung eine schier nicht enden wollende Odyssee. 

Die leidvolle Erfahrung hat auch Bernd Wichmann (54) gemacht. Die 14 Kilometer Entfernung zwischen seinem Büro in Dornach und seiner Wohnung in Putzbrunn fährt er normalerweise in 20 Minuten. In dieser Woche hat er für den gleichen Weg 120 Minuten gebraucht – teilweise stand er zehn Minuten an der gleichen Stelle. „Da ging nichts mehr“, sagt Wichmann. Die Warterei nervt ihn. „In den zwei Stunden hatte ich was anderes vor, das können Sie mir glauben.“ 

Josef Seebacher von der Autobahndirektion Südbayern kann den Unmut verstehen. Ändern könne man an der Situation aber wenig: „Die Bauma ist das größte Verkehrsereignis im Großraum München – mit großem Abstand.“ Keine andere Messe und auch nicht das Oktoberfest würden die Autobahnen im Landkreis dermaßen belasten. „Und die A 94 und A 99 sind schon im Normalzustand schwierig zu bewältigen“, sagt Seebacher. 

Unvorbereitet waren die Organisatoren nicht auf die Besuchermassen und das damit einhergehende Verkehrschaos. Vor drei Jahren zog die Bauma 535 065 Besucher an – ein Rekord. In diesem Jahr schauen sich wohl noch mehr Menschen die Baumaschinen und Stände der über 3400 Aussteller an. Anhand der Erfahrungswerte entwickelte die Autobahndirektion zusammen mit der Messeleitung und der Stadt München ein Konzept, dass den Verkehr entlasten sollte. 

Zentraler Bestandteil ist hierbei, Besucher, die mit dem Auto anreisen, frühzeitig auf Parkplätze außerhalb umzuleiten, zum Beispiel an der Anschlussstelle Feldkirchen- Ost oder in Freimann. Ein kostenloser Fahrdienst bringt die Besucher nach Riem. Jedoch seien auch hier die Parkmöglichkeiten begrenzt. „Und zaubern können wir auch nicht“, sagt Seebacher. 

Zahlreiche Gäste nutzen zwar öffentliche Verkehrsmittel – die MVG rechnet mit einer halben Millionen zusätzlicher Passagiere – viele kommen aber eben doch mit dem Auto. Zu viele, wenn es nach Seebacher geht: „Die Leistungsgrenze ist erreicht. Die Autobahnen sind am Limit.“ 

Und an diesem Samstag wird es „ganz schwierig“. Eine echte Belastungs- und Geduldsprobe. Denn am vorletzten Messetag strömen erfahrungsgemäß die meisten Besucher in die Hallen. Zusätzlich stehen in München zwei Großereignisse an, bei denen jeweils mehrere zehntausend Besucher erwartet werden: Auf der Theresienwiese findet tagsüber beim Frühlingsfest der Flohmarkt des Münchner Roten Kreuzes statt – der größte Bayerns. Am Abend empfängt der FC Bayern Schalke in der Allianz Arena. 

Auf den Autobahnen im Landkreis reiht sich dann wieder Stoßstange an Stoßstange. Immerhin bieten die Bauma-Kräne am Horizont eine nette Abwechslung zur Eintönigkeit der Wagenkolonnen

Florian Prommer

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