Herber Schlag für Unterschleißheim

Microsoft zieht nach München

Unterschleißheim - Jetzt ist es bittere Gewissheit: Microsoft zieht von Unterschleißheim weg nach München. Der Stadt geht damit nicht nur ein kräftiger Gewerbesteuerzahler, sondern vor allem auch ein wichtiges Aushängeschild für den Wirtschaftsstandort verloren.

Als Silicon Valley Deutschlands wurde Unterschleißheim groß gefeiert, als Microsoft sich vor knapp 30 Jahren hier ansiedelte. Seitdem hat der amerikanische Weltkonzern seinen Deutschlandsitz in Unterschleißheim. Und seitdem ist Unterschleißheim untrennbar mit dem Namen Microsoft als Aushängeschild verbunden. Doch seine Zukunft sieht der Software-Riese nun in München. Diese Entscheidung teilte das Unternehmen am Freitag auf einer Pressekonferenz mit. Die Firma Argenta errichtet ab Sommer nächsten Jahres ein modernes Gebäude mit 26 000 Quadratmetern in nächster Nachbarschaft zu Unternehmensgrößen wie MAN und Amazon nach den Wünschen von Microsoft. 2016, wenn der Mietvertrag in Unterschleißheim ausläuft, soll das Domizil fertig sein.

Schon seit längerem war der Konzern auf der Suche nach einem neuen Standort. Der Grund: Flexible und zeitgemäße Arbeitsmodelle lassen sich aus Sicht von Microsoft im bisherigen Gebäude nicht mehr realisieren. Für den Arbeitsplatz der Zukunft wünscht sich das Unternehmen offenere Räume und mehr Platz für Kunden. „Auch die Energieeffizienz des Gebäudes ist nicht mehr zeitgemäß“, sagt Anja Krusel, Mitglied der Geschäftsführung bei Microsoft. Ein kostenintensiver Umbau wäre unabdingbar gewesen.

„Wir haben geprüft, ob wir in Unterschleißheim bleiben können“, versichert Krusel, die die Zusammenarbeit mit der Stadt in all den Jahren lobte. Neben dem aktuellen waren auch zwei weitere Standorte innerhalb Unterschleißheims im Gespräch, außerdem auch ein Grundstück in Riem. Am Ende sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass der Standort in Schwabing alle Kriterien von der Attraktivität bis hin zu den Möglichkeiten verbesserter Arbeitsbedingungen erfüllt. Dass Microsoft in München mehr Gewerbesteuer zahlen muss als in Unterschleißheim, nehme das Unternehmen in Kauf. Zur genauen Summe wollte sich Krusel nicht äußern. In Unterschleißheim lag der Betrag im einstelligen Millionenbereich.

Der Bürgerentscheid im März 2012 gegen den Bau von Hochhäusern im Unterschleißheimer Gewerbegebiet habe laut Krusel keinen Einfluss auf die Entscheidung gehabt: „Die Menlo-Towers waren für uns nie eine Option.“

Alle insgesamt 1800 Mitarbeiter werden mit nach München ziehen. Viele von ihnen profitieren laut Krusel von der neuen Zentrale. Auch der Arbeitsweg sei für viele kürzer oder besser mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Unterwasser-Rasenmäher stutzt Seegras in Bach
Auch unter Wasser wächst Gras, genauer gesagt Seegras. Und weil auch das gemäht gehört, waren unter der Woche Arbeiter mit einem speziellen Boot auf dem Ismaninger …
Unterwasser-Rasenmäher stutzt Seegras in Bach
Polizei sprengt Corona-Party an Regatta
Über hundert Menschen haben sich am Mittwochabend bei schönem Wetter am Ufer der Ruderregatta niedergelassen.
Polizei sprengt Corona-Party an Regatta
Wegen ungenehmigter Garage: Gemeinde muss Straße verlegen
Ein langer Streit in Hailafing endet mit einer Niederlage der Gemeinde. Obwohl die Garage eines Anliegers ohne Genehmigung entstand, darf sie stehen bleiben - und die …
Wegen ungenehmigter Garage: Gemeinde muss Straße verlegen
Trambahn-Krach: Grünwalder ärgern sich über Lärm am Gleis - MVG macht wenig Hoffnung
Die Trambahn-Linie nach Grünwald ist der Gemeinde wichtig. Doch die direkten Anwohner ärgern sich über den Krach, der aus ihrer Sicht zu vermeiden wäre.
Trambahn-Krach: Grünwalder ärgern sich über Lärm am Gleis - MVG macht wenig Hoffnung

Kommentare