Hilfe für Ältere: Hier werden Lifte nachgerüstet. Archiv: STD

Nach Umfrage

Mieter stimmen für Aufzüge: Gemeinde zahlt sieben Millionen

Mieter stimmen für Aufzüge: Gemeinde zahlt sieben Millionen

28 Lifte für Wohnblöcke an der Fichtenstraße

Unterföhring – Die sieben Wohnblöcke an der Fichtenstraße 1 bis 55 in Unterföhring werden für rund sieben Millionen Euro mit Aufzügen ausgerüstet. Die Gemeinde hat ihre 228 Mieter bei einer Versammlung informiert und anschließend befragt: 100 stimmten für die Lifte, 64 dagegen, 64 schickten den Fragebogen nicht zurück.

Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) wolllte mit der Befragung klären, ob die Mieter bereit sind, dafür höhere Mieten zu zahlen. Die Auswertung führte nun direkt zum Beschluss: Der Gemeinderat stimmte mit 19:3 für den Einbau der Lifte. Dagegen ist Klaus Läßing (PWU), er meinte: „Mit sieben Millionen hätten wir einen neuen Wohnblock altenfreundlich errichten können.“ Auch Edith Michal (PWU) und Gisela Fischer (Grüne) lehnten ab.

Die Mieter, die mit etwa acht Euro pro Quadratmeter günstige Mieten zahlen, müssen sich nun – geringfügig – an den Kosten für die 28 Aufzüge beteiligen. Allerdings wird ihre Miete nur mit einem Zuschlag von einem Prozent belastet. Das hatte der Gemeinderat im Mai beschlossen. Den üblichen Modernisierungsaufschlag von elf Prozent wollte er aus sozialen Gründen nicht ausschöpfen.

Nochmals versuchte die SPD mit einem Ergänzungsantrag zu erreichen, dass die Bewohner des Erdgeschosses von den Umlagekosten verschont bleiben. Außerdem forderte die SPD, „die Maßnahme umgehend zu beginnen“. Die Mehrheit lehnte aber mit 8:14 eine Abstimmung darüber ab. „Wir haben einen gültigen Beschluss“, sagte Zweite Bürgermeisterin Betina Mäusel (CSU): Derselbe SPD-Antrag war im Mai schon abgelehnt worden.

Zwei bis vier Jahre soll die Realisierung nun dauern: Zwar werde die europaweite Ausschreibung noch heuer angestoßen, sagte Bauamtsleiter Lothar Kapfenberger, sanieren im Bestand sei aber aufwändig, „auch der Brandschutz muss während des Baus eingehalten werden“.

Diese Prognose ärgerte Thomas Weingärtner (SPD): „Da bauen wir schneller Schulhäuser. Drei Jahre reden wir schon über das Thema.“ Die Aufzüge sollten „in der Prioritätenliste nach oben rutschen“. Darin sah Bürgermeister Kemmelmeyer eine „Unterstellung“: „Die Verwaltung braucht keine SPD-Anträge, um zu arbeiten“ stellte er klar. „Eine Verzögerung von Seiten der Gemeinde wird es nicht geben.“  icb

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