1. Startseite
  2. Lokales
  3. München Landkreis

Mietpreisbremse: Im Landkreis großer Druck

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

München - Die Mietpreisbremse tritt demnächst wohl auch im Landkreis München in Kraft. Vorher allerdings muss das Land Bayern das Bundesgesetz noch in eine eigene Verordnung gießen.

Das Instrument könnte für Mieter ein Segen sein: Dann dürfte bei einer Neuvermietung der Preis einer Wohnung das ortsübliche Mietniveau höchstens um zehn Prozent übersteigen. Bei einer kleinen Umfrage stellt sich heraus: Das Problem im Landkreis besteht darin, dass keine der befragten Kommunen einen Mietspiegel erstellen hat lassen. Die ortsüblichen Mieten können also nur geschätzt werden.

„Wir würden einfach mal auch für uns ausgehen vom Münchner Mietspiegel“, sagte Simon Hölzl, Sprecher der Gemeinde Unterhaching. In Neubauten würden in der Gemeinde bis zu 13 Euro pro Quadratmeter verlangt, im Altbestand kommt der Quadratmeter auf neun bis elf Euro. Der Gemeinderat habe schon vor einiger Zeit festgestellt, dass Unterhaching auf jeden Fall zu den Gebieten mit „angespanntem Wohnungsmarkt“ gehört. Andererseits, gab Hölzl zu bedenken, könnte die Mietpreisbremse auch Investoren abschrecken, die steigende Energiestandards erfüllen müssen. Und die Grundstücke werden immer teurer.

In Straßlach-Dingharting liegen die Mieten auf dem freien Markt ebenfalls bei elf bis 13 Euro pro Quadratmeter. „Unser Ziel ist es, die Wohnpreise auf normalem Level zu halten“, sagt Bürgermeister Hans Sienerth (parteifrei). Deshalb verankerte die Gemeinde schon vor zwei Jahren gesetzlich eine Kappungsgrenze, derzufolge Mieten innerhalb von drei Jahren höchstens um 15 Prozent angehoben werden dürfen. Dass die Gemeinde Straßlach als einzige im Landkreis nicht auf der Liste derjenigen steht, für die die Mietpreisbremse gelten soll, kann er sich nicht erklären. Straßlach will die Mietpreisbremse. Sienerth: „Wir sind eine bodenständige Gemeinde, auch ein Durchschnittsverdiener soll sich bei uns eine Wohnung leisten können“. Die 20 bis 30 gemeindeeigenen Apartements werden für acht bis neun Euro pro Quadratmeter vergeben. Im Rahmen des Bauland-Modells gehen immer wieder Grundstücke zu günstigen Konditionen an alteingesessene Straßlacher. Wer weniger als 80 000 Euro brutto verdient und die Kriterien erfüllt, bekommt den Grund auch auf Erbpacht-Basis.

Andernorts sieht es - soweit gestern die Bürgermeister oder Geschäftsleiter überhaupt erreichbar waren - ähnlich aus. In Unterschleißheim wird die Mietpreisbrenmse als sinnvoll erachtet. Und Ismanings Bürgermeister Alexander Greulich (SPD) sagt: „Wir wollen, wo wir können, auf dem Mietmarkt den Druck aus dem Kessel nehmen.“ In Ismaning werden sogar pro Quadratmeter bis zu 15 Euro verlangt, einen Mietspiegel gibt es auch hier nicht. Zuviel versprechen dürfe man sich von den Regularien aber auch wieder nicht, sagte der Rathauschef.

Ähnlich äußerte sich der Geschäftsleiter von Unterschleißheim, Thomas Stockerl: „Wir liegen in einer Gebietskulisse mit einem angespannten Wohnungsmarkt.“ Ob die Mietpreisbremse das Problem lösen kann, müsse sich zeigen. „Auch beim Bestellprinzip für Makler hat man gesehen, dass findige Makler wieder Lücken finden, das Gesetz zu umgehen.“

Derweil hat Unterföhring längst angefangen, den Wohn-Wahnsinn vor der Haustür einzuschränken. Bei den 480 gemeindeeigenen Wohnungen liegt die Kappungsgrenze schon bei 7,50 Euro pro Quadratmeter, die Mieten sind oft noch günstiger. Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU): „Ich höre inzwischen von irrsinnig vielen Leuten, dass sie sich ihre Miete langsam nicht mehr leisten können. Die wollen alle eine Gemeindewohnung.“ (ak/icb)

Auch interessant

Kommentare