BMW rauscht in die roten Zahlen - Verlust schlimmer als befürchtet

BMW rauscht in die roten Zahlen - Verlust schlimmer als befürchtet

Mihai Paduretu unterwegs in geheimer Kommandosache

- Auch ohne Trainer schneidet TSV in den Niederlanden glänzend ab

VON UMBERTO SAVIGNANO Unterhaching - Der ganz große Wurf ist dann doch nicht gelungen. Im Finale des Conrad Volleyball Classic in Almelo/Niederlande unterlagen die Volleyballer des TSV Unterhaching dem Spitzenteam des Gastgeberlandes, Alcom Capelle, 1:3 (27:29, 25:14, 20:25, 11:25). Die Endspielniederlage konnte die Freude über den positiven Auftritt der Hachinger bei diesem dreitägigen internationalen Turnier mit sechs Teilnehmern (wir berichteten) aber nicht im geringsten trüben. "Wir sind überhaupt nicht enttäuscht", lautete das Fazit von Abteilungsleiter Rudi Stein.

Stein und Co-Trainer Thomas Schneider mussten in Almelo eine ungewohnte Rolle spielen. Weil Trainer Mihai Paduretu nach möglichen neuen Spielern Ausschau hielt, übernahmen sie die Rolle an der Seitenlinie, Schneider in den ersten drei Spielen, Stein in den letzten beiden. "Das hat gut geklappt, auch weil Michi Mayer und ich sie bei den Feinheiten, die wir von Mihai kennen, sehr stark unterstützt haben", lobte Mittelblocker Ben Ibata das Coaching. Wo sich sein Trainer derweil aufhielt, war übrigens geheime Kommandosache. Ibata: "Irgendwo in Europa. Genau weiß ich es selbst nicht."

Die Hachinger hatten auch gar keine Zeit, sich groß um Paduretus Reiseziel Gedanken zu machen. Fünf Spiele in drei Tagen waren ein Mammutprogramm, das möglicherweise den Turniersieg kostete. Endspielgegner Alcom Capelle war als Gruppensieger der Vorrunde, anders als der zweitplatzierte TSV, direkt ins Halbfinale vorgedrungen, hatte also ein Match weniger in den Knochen. "Das hat schon etwas ausgemacht", mutmaßte Ibata. Dass sie durchaus in der Lage gewesen wären, die Holländer zu schlagen, zeigten die Hachinger in den ersten beiden Sätzen. Im ersten führten sie 24:22, mussten sich nach einer Aufschlagserie des Gegners aber noch mit 27:29 beugen. "Das hätten wir zumachen sollen", trauerte Ibata der vergebenen Chance nach. Doch der TSV zeigte sich von dem Rückschlag nicht geschockt und führte Alcom Capelle im zweiten Durchgang mit 25:14 geradezu vor. Dann aber setzte die Müdigkeit ein. "Im dritten Satz war alles schon ein bisschen träge und im vierten hatte Alcom dann gleich eine Aufschlagserie mit drei, vier Bällen, die das Netz berührten und irgendwo auf unser Feld gingen. Da ist ihnen alles gelungen und wir hatten schwere Beine."

Besonders bei Michael Mayer war das zu spüren. Hachings Kapitän, mit durchschnittlich rund 20 Punkten bester Angreifer des gesamten Turniers, ging sichtlich die Kraft aus. "Er ist ein Superspieler, aber eben keine Maschine", zeigte Stein Verständnis für den 22-jährigen Nationalspieler. Doch auch Patrick Schwaack muss nach Bänderriss pausieren Schwaacks Verletzung, die ihn voraussichtlich zwei bis vier Wochen außer Gefecht setzen wird, spielte eine entscheidende Rolle: Der Außenangreifer war beim 3:0 im Halbfinale gegen Go Pass Lennik (Belgien) umgeknickt und erlitt einen Bänderriss, weil ein Gegenspieler seinen Fuß allzu ungestüm auf die Hachinger Spielhälfte gesetzt hatte.

Diese Schwächung konnte der TSV nicht verkraften. Die Holländer hingegen waren sehr ausgeglichen, wie ihr Trainer Arnold van Ree lobte: "Wir waren das kompletteste Team. Wenn einer meiner Spieler aufhörte zu punkten, tat es eben ein anderer. Das machte den Unterschied aus."

Doch auch als Verlierer des Finales durften sich die Hachinger als Gewinner von Almelo fühlen. In der niederländischen Presse wurden sie mit Lob überhäuft, vom fachkundigen Publikum mit viel Beifall bedacht. Dazu liefen die Spiele des TSV im niederländischen Fernsehen. "Wir haben den TSV Unterhaching in Holland bekannt gemacht", freute sich Ibata. Und in einem Jahr dürfen die Hachinger ihren internationalen Stellenwert weiter steigern, denn noch in der Halle wurden sie zum Conrad Classic 2003 eingeladen.

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