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Untreue-Prozess gegen ehemaligen Bosch-Mitarbeiter (r.)

57-Jähriger aus dem Landkreis vor dem Landgericht

1,7 Millionen Euro veruntreut: Ex-Bosch-Mitarbeiter verurteilt

Landkreis - Schaden in Millionenhöhe: 1,7 Millionen Euro haben ein Ex-Bosch-Mitarbeiter (57) aus dem Landkreis und ein Komplize veruntreut. Ins Gefängnis müssen sie nicht. 

Ein früherer Mitarbeiter des Technologie-Konzerns Bosch ist wegen Untreue zu einem Jahr und zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Landgericht München I sah es am Donnerstag als erwiesen an, dass der 57 Jahre alte Physiker aus dem Landkreis München, der bei Bosch Sicherheitssysteme gearbeitet hatte, die damals in Ottobrunn ihren Sitz hatten und nun aus Grasbrunn operieren, sich und seinen ebenfalls angeklagten Komplizen durch falsche Rechnungen um mehr als 1,7 Millionen Euro bereichert hatte. 

Der Komplize erhielt wegen Beihilfe zur Untreue eine Bewährungsstrafe von 16 Monaten. Aufgrund der langen Verfahrensdauer sollen bei beiden Strafen jeweils zwei Monate als verbüßt gelten. Die Angeklagten hatten zum Prozessauftakt Geständnisse abgelegt. 

Der Anklage zufolge hatte der 51-jährige Mitangeklagte in Absprache mit dem Bosch-Mitarbeiter von 2005 bis 2009 fingierte und deutlich überhöhte Rechnungen in einer Gesamthöhe von mehr als 1,8 Millionen Euro an den Konzern gestellt. Tatsächlich entstanden dem Dienstleister aber nur Kosten von weniger als 70 000 Euro. Die türkische Firma kümmerte sich damals auch um die Zulassung und Zertifizierung von Bosch-Produkten in der Türkei. 

Der Physiker hatte darüber hinaus eine weitere Straftat begangen: Von 2005 bis 2008 hatte er bei einer Schreinerei Möbel im Wert von knapp 80 000 Euro auf Firmenkosten anfertigen lassen. Beide Männer waren der Bewährungsauflage, ihren Schaden wieder gutzumachen, durch eine Vereinbarung mit Bosch bereits größtenteils nachgekommen.

dpa

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