Missverständnis im Kreisausschuss müssten Fahrgäste ausbaden

- Zehn-Minutentakt für verschiedene Linien steht auf der Kippe

Landkreis - Wenn der Kreistag am Montag aufgrund von Dringlichkeitsanträgen der Grünen, SPD und FWG nicht doch noch anders entscheidet, wird es im kommenden Jahr keinen Zehn-Minutentakt für die Buslinie 231 Studentenstadt-Ismaning geben. Auch die endlich von Kirchheim beschlossene Taktverkürzung für die Linie 263 von Heimstetten über Aschheim zum U-Bahnhof Riem steht noch nicht endgültig - ebenso wie das geplante Anrufsammeltaxi (AST) zwischen Garching und Ismaning. Mit seinem Antrag zum MVV-Jahresfahrplan 2003 hat CSU-Fraktionssprecher Ernst Weidenbusch diese Woche für helle Aufregung gesorgt.

Weidenbuschs Vertagungsantrag war eigentlich nur gegen die Gemeinde Neubiberg gerichtet. Er war verärgert, trotz Nachfrage bis Montag keine Begründung aus Neubiberg für den Dringlichkeitsantrag zur Erweiterung des Taktes bei der Buslinie 217 erhalten zu haben. Im Kreisausschuss plädierte er daher für die Absetzung des Punktes: Wenn es offensichtlich nicht dringlich sei, hätten die üblichen Termine für Busfahrplanveränderungen eingehalten werden müssen. Das sei aber nicht der Fall.

Was Weienbusch wohl übersah: Die Vertagung der Vorlage schloss auch den geplanten AST-Verkehr nebst Zehn-Minuten-Takt für die Linien 231 und 263 ein. Stimmt nicht, versichert Weidenbusch: Außer Neubiberg seien, wenn auch unter dem Vorbehalt, dass die Gemeinden die Probezeit zahlen, die anderen Anträge in der Julisitzung bejaht worden. Warum sollte die Verwaltung die schon entschiedenen Punkte wieder in die Beschlussvorlage aufnehmen? "Das hat mich auch überrascht", sagt Weidenbusch. Ismanings Bürgermeister Michael Sedlmair (FWG) dagegen gar nicht: "Im Juli wurde nämlich schlicht nicht über unsere Linie 231 und den AST-Verkehr entschieden. Da irrt Weidenbusch. Wir sind leider zwingend auf den Kreisausschuss-Beschluss angewiesen."

Fischer stürmt wütend aus der Sitzung

Dabei hatte der Ismaninger Kreisrat Alfred Fischer (Grüne) das Problem im Kreisausschuss sofort erkannt: Wutschnaubend raunzte er die SPD-Frauen Ingrid Lenz-Aktas und Edith Klein-Nöldner an, die in seinen Augen völlig unverständlich für den CSU-Vertagungsantrag gestimmt hatten. "Das ist der absolute Hammer", sagte er mehrmals, haute auf den Tisch und verließ erregt die Sitzung. Inzwischen hat er sich beruhigt, im Wissen, dass der Kreistag am Montag die Sache wohl noch umbiegen wird. "Gnade vor Recht walten lassen", hatten schon Sedlmair und Grüne-Fraktionssprecher Christoph Nadler im Kreisausschuss gefordert: Weniger Bürokratie, dafür mehr Bürgerähe und gemeindefreundlicheres Vorgehen.

Weidenbusch pochte aber auf korrektes Vorgehen. Nach den vielen Protesten klingt er schon viel moderater: "Wir wollen jede vernünftige Lösung und nicht aus formalen Gründen etwas ablehnen." Selbst dem Antrag aus Neubiberg, dessen Begründung ihm Bürgermeisterin Johanna Rumschöttl inzwischen gegeben habe, "könnte ich zustimmen". agm

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