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Ernste Mienen zu einem wichtigen Thema: (v.l.) die stellvertretende Landrätin Annette Ganssmüller-Maluche, Ismanings Bürgermeister Alexander Greulich, die Vorsitzende der Ismaninger SPD Johanna Hagn, die Vorsitzende der SPD im Kreistag Ingrid Lenz-Aktas und der Ortsvorsitzende der SPD Unterföhring, Thomas Weingärtner.

Mit Bus und Tram aus dem Verkehrskollaps

Der Landkreis München erstickt im Verkehr. Auch an dem, der von München über die Gemeindegrenzen schwappt und weiter zunehmen wird. Vertreter aus den nordöstlichen Kommunen suchen gemeinsam nach Lösungen.

Ismaning – Die Gemeinden im Nordosten des Landkreises wachsen und dazu kommen in einigen Jahren große Neubaugebiete der Stadt München, die heranreichen bis an die Gemeindegrenzen von Aschheim und Unterföhring.

Thomas Weingärtner, Ortsvorsitzender der SPD Unterföhring, hat gute Gründe, um mit seinen Nachbarn nach Lösungen für den Verkehr zu suchen. In der Hainhalle Ismaning stellte er die Ideen aus einem Arbeitskreis vor, zusammen mit hochrangigen SPD-Vertretern aus Aschheim und Ismaning.

Ein Wendeplatz für die Straßenbahn von Oberföhring nach Unterföhring könnte an dieser Kreuzung vor dem Rathaus in Unterföhring entstehen, wenn das Gebäude erst einmal abgerissen ist. Fotos (2): Nico Bauer

Die Sozialdemokraten aus den drei Gemeinden haben monatelang die Sachlage betrachtet und künftige Aspekte kritisch analysiert, die zu noch mehr Verkehr führen könnten.

Die Initiatoren der Verkehrskonferenz, neben Weingärtner der Ismaninger Bürgermeister Alexander Greulich, die stellvertretende Landrätin Annette Ganssmüller-Maluche aus Ismaning und die Fraktionsvorsitzende der SPD im Kreistag, Ingrid Lenz-Aktas aus Aschheim, erwarten deutlich mehr Verkehr, wenn erst einmal in München-Johanneskirchen Wohnraum für 30 000 Menschen und 10 000 neue Arbeitsplätze entstanden sind. Die Fahrzeuge sollen zu großen Teilen über die Kreisstraße M3 in Richtung der Autobahn geleitet werden. Die Vertreter der Anlieger-Kommunen verweisen darauf, dass die Straße schon heute überlastet ist. „Die Situation ist schrecklich und wird noch schrecklicher werden“, sagte der Ismaninger Gemeinderat Rainer Knäusel. Mit dem Paket der nun vorgestellten Maßnahmen werden die SPD-Vertreter im September erneut das Gespräche suchen mit Vertretern der Münchner SPD-Stadtratsfraktion.

Nach dieser Diskussion plant der Unterföhringer SPD-Chef den Gang an die Öffentlichkeit. In seiner Gemeinde möchte er die Überlegungen für Verkehrslösungen öffentlich debattieren.

Eine bislang wenig diskutierte Idee ist die Verlängerung der Straßenbahn von Oberföhring an der Emmeramsmühle vorbei bis Unterföhring. Thomas Weingärtner sieht die Chance – nach dem Neubau eines Rathauses am Standort des bisherigen Rathauses – einen Wendeplatz der Tram errichten zu können. Denkbar wäre für ihn aber auch die Verlängerung der Tram bis Ismaning zum Agrob-Medienpark oder vielleicht in den Ort hinein. „Das wird vom Platz her aber eng“, sagte Weingärtner. Der Ismaninger Bürgermeister Alexander Greulich steht den Gedankenspielen offen gegenüber: „Der Gedanke ist gut, aber mir fehlt die Vorstellung für den räumlichen Platz. Wir sollten uns aber trotzdem mit Gedanken beschäftigen, deren Umsetzung auf den ersten Blick schwer vorstellbar ist.“

Die Überlegungen der Unterföhringer SPD-Mitglieder sehen außerdem die Möglichkeit einer zweiten Straßenbahn vor, die über das Johanneskirchener Neubaugebiet in das Gewerbegebiet Unterföhring fährt. Mit einer so attraktiven Schienenverbindung kann sich die SPD eine Verringerung des Autoverkehrs in das Gewerbegebiet vorstellen.

Einig waren sich alle Beteiligten bei der von der Ismaninger SPD-Vorsitzenden Johanna Hagn moderierten Diskussion, dass der Freistaat Bayern in der Pflicht ist. „Wir brauchen die Lösungen, bevor die Menschen in den neuen Gebieten da sind“, sagte Ingrid Lenz-Aktas. Sie fordert, wie Ismanings Bürgermeister Greulich, deutlich mehr Investitionen für den öffentlichen Personennahverkehr. Hier brachte die stellvertretende Landrätin Annette Ganssmüller-Maluche als schnell umsetzbare und attraktive Option ihre Idee der kostenlosen Linienbusse ins Gespräch.Nico Bauer

Mögliche Maßnahmen

für die Verbesserung der Verkehrssituation bei Aschheim, Ismaning und Unterföhring:

O Vierspuriger Ausbau der B 471, zwischen der B 11-Kreuzung in Garching und der Autobahn-Auffahrt Aschheim/Ismaning.

O Vierspuriger Ausbau der Kreisstraße M 3, zwischen dem Föhringer Ring und der der Autobahn Aschheim/Ismaning.

O Vierspuriger Ausbau des Föhringer Rings. O Abschaffung der Ampel für das Kieswerk an der M 3. O Errichtung eines weiteres Kreisverkehrs an der M 3 nahe der Autobahnauffahrt, der als weitere Abfahrt aus dem Gewerbegebiet Unterföhring dient. O Einführung des Ortsbusses in Ismaning. O Rückbau der Staatsstraße in Unterföhring Süd von vier auf zwei Spuren, um den Durchgangsverkehr durch Ismaning und Unterföhring zu verringern.

O Verlängerung der Straßenbahn von Oberföhring bis Unterföhring oder eventuell sogar Ismaning. O Zehn-Minuten-Takt der S-Bahn-Linie S8 (nur langfristig machbar). O Anbindung der U 4 an die S 8 (Bahnhof Englschalking).

O Attraktiveres Tarifsystem des MVV und eine kostenlose Busbenutzung.  nb

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