SEK-Einsatz in Düsseldorf: Siebenjähriges Mädchen getötet 

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Gericht: Verfahren gegen 31-Jährigen eingestellt

Mit Luxuswagen-Handel Kunden geprellt

Sie handelten mit Autos der Luxusklasse, ohne je eines davon mit ihrem eigenen Geld gekauft zu haben. So lautete der Vorwurf der Staatsanwaltschaft gegen die 31-jährige Sabine M. (alle Namen geändert), die sich gestern vor dem Münchner Landgericht wegen Bandenbetrugs verantworten musste.

Haar – Gemeinsam mit zwei Männern, darunter Stefan H., gründete sie ein Sportwagenzentrum in Haar. Mithilfe eines Schneeballsystems brachte das Trio seine Kunden um fast eine Million Euro. Doch am Ende wurde das Verfahren gegen die gelernte Kosmetikerin eingestellt.

Mit Krücken betrat Sabine M. den Gerichtssaal. Schon vor dem Prozess brach sie mehrmals in Tränen aus. Es war der Moment, in dem sie offenbar realisiert hatte, für welch schwerwiegende Tat sie möglicherweise mehrere Jahre ins Gefängnis muss. Denn die kriminelle Masche, mit der sie und ihre Komplizen über Jahre hinweg ein Vermögen gemacht haben soll, ist viel mehr als ein Kavaliersdelikt.

Das „Geschäftsmodell“, wie es in der Anklageschrift bezeichnet wird, war nichts anderes als ein Schneeballsystem, aufgebaut auf Lug und Trug. Insgesamt 13 Fälle sind angeklagt. Das Vorgehen immer gleich: Sabine M. soll im Dezember 2011 das Sportwagenzentrum an der Wasserburger Landstraße in Haar gegründet haben. Auch, weil ihr Geschäftspartner Stefan H., der bereits wegen diesem Fall verurteilt im Gefängnis sitzt, wegen Steuerschulden kein Gewerbe eröffnen durfte.

Den ersten Fall datiert die Staatsanwaltschaft auf den 8. Februar 2013. Stefan H. soll mit einer Kundin einen Kaufvertrag über drei Fahrzeuge geschlossen haben. Darunter befanden sich laut Anklage Autos der Marke Audi, BMW, Porsche und Mercedes. Auch ein Lamborghini im Wert von 133 500 Euro stand auf der Liste. Schon zu dem Zeitpunkt sollen Sabine M. und Stefan H. gewusst haben, dass sie nicht in der Lage waren, auch nur ein Auto zu beschaffen.

Der Kundin soll Stefan H. gesagt haben, die Fahrzeuge würden sich im Sportwagenzentrum befinden. Als Beweis dafür soll er der Kundin die Fahrzeugbriefe übergeben haben. Wie sich im Nachhinein herausstellte, soll Stefan H. die gefälschten und damit wertlosen Papiere auf illegalem Wege im Internet besorgt haben.

Nachdem das Trio – ein weiterer Mann sollte in dem Verfahren noch als Zeuge wichtig sein – seine ersten Kunden getäuscht hatte, verfügte es über genügend Kapital, um neue Geschäfte zu machen. „Wir haben bis zu 500 000 Euro pro Monat für Autos ausgegeben“, sagte Stefan H. in Handschellen im Zeugenstand. „Geld war immer da, aber da haben wir es bereits nur noch hin und hergeschoben.“

Sabine M. agierte laut Stefan H. im Hintergrund, wusste über die kriminellen Machenschaften aber Bescheid. „Sie hat sich um Buchhaltung, Organisation und Kundenbetreuung gekümmert“, so Stefan H. Genau dieses Mitwissen war der Angeklagten aber letztlich nicht nachzuweisen. Das Verfahren wurde eingestellt. Johannes Heininger

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