„Dann machen wir eben Sport in der Aula oder im Freien“: Die Schulleiterin der Silva-Grundschule in Heimstetten, Angela Hilger, will die Flüchtlinge willkommen heißen. In der Turnhalle sollen 50 Menschen Platz finden. Foto: sabina Brosch

Mitgefühl für Flüchtlinge

Heimstetten - Rektorin Hilger hilft mit, die Turnhalle vorzubereiten

Heimstetten - Die Silva-Grundschule wird voraussichtlich 50 Asylsuchenden Unterkunft bieten. Die Zuweisung kam nicht nur für die Gemeinde Kirchheim überraschend, sondern auch für Angela Hilger. Die Schulleiterin wurde frühmorgens durch einen Anruf von Bürgermeisterin Marianne Hausladen informiert.

Trotz der Blitzaktion ist dies für die Rektorin kein Grund zur Aufregung. „Wir hängen zwar in der Luft und die Informationen fließen nur langsam und spärlich“, bedauert Hilger. Für die Schulkinder werde es aber nur wenig Ein- und Beschränkungen geben: „Dann machen wir eben Sport in der Aula oder im Freien.“ Das sei überhaupt kein Problem.

Aus der Turnhalle müssen lediglich die Matten und Bänke entfernt und die Sprossenwände gesichert werden. „Allerdings haben wir nur zwei Duschen und ich weiß auch nicht, wie und wo die Asylbewerber verpflegt werden sollen. Eventuell gibt es einen Sanitär- und Verpflegungscontainer, aber ich habe keine konkreten Informationen. Alles ist ziemlich vage.“

Dass ihre Schule im Vorfeld als Notunterkunft vom Landratsamt ins Auge gefasst wurde, war Hilger absolut neu. Dennoch ist sie sicher, dass alles geregelt und ruhig ablaufen wird und will auf jeden Fall unterstützen, wo es nur geht. „Die Flüchtlinge haben mein absolutes Mitgefühl und ich bin die Letzte, die sich gegen die Unterbringung sträuben wird.“

Die Turnhalle hat separate Ein- und Ausgänge und kann durch Türen vom eigentlichen Schulgebäude abgetrennt werden. Der Außenbereich, die Tartanbahn und angrenzende Wiese können ebenfalls unmittelbar von der Turnhalle aus erreicht werden. „Es gibt also wenig Berührungspunkte und die Eltern der Schüler können völlig unbesorgt sein.“

Derzeit leben in Heimstetten 60 überwiegend männliche Asylbewerber, 50 in einer Gemeinschaftsunterkunft im Industriegelände Heimstetten, eine Flüchtlingsfamilie lebt in einer Wohnung in Heimstetten. Zudem werden sechs unbegleitete Minderjährige vom Verein „Imma“ in einer Wohngruppe betreut.

Für Rektorin Hilger und auch Bürgermeisterin Hausladen wäre es wünschenswert, wenn in die Silva-Schule überwiegend Familien einziehen würden. Die könnten später in das angrenzende neue Asylbewerberheim in der Räterstraße umziehen. Die Unterkunft ist für 75 Personen, überwiegend Familien, konzipiert. Dort wird auf Hochtouren gearbeitet. Allerdings verzögert sich die Fertigstellung um einige Wochen bis mindestens Ende September.

Sollten Kinder unter den Asylsuchenden sein, wird Hilger die Mädchen und Buben sofort in den Schulalltag integrieren, eine Übergangsklasse ist für sie denkbar, ein Übertritt in die Regelklassen bei ausreichenden Deutschkenntnissen sowieso kein Problem. Die Schulleiterin hat bereits die zweite Generation von Asylbewerbern in ihrer Schule unterrichtet. „Von den ersten Libanesen und auch Afrikanern, die vor gut 20 Jahren kamen, sind heute die Kinder an meiner Schule. Das ist schön, die Integration ist voll und ganz geglückt.“

Heimat geben

Die Gemeinde Kirchheim und der Helferkreis Asyl haben einen Flyer erarbeitet. Unter dem Titel „Heimat geben“ stellt der Helferkreis sich und seine Arbeit vor, mit Ansprechpartnern und Kontaktdaten. Zudem sind darin Informationen über Betreuung der Flüchtlinge sowie die neue Asylunterkunft an der Räterstraße enthalten.

Sabina Brosch

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