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Modernisierung in Etappen

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Haar - Eine Visitenkarte für den Ort ist der Bahnhof in Haar nicht. Seit Jahren nicht. Das ärgert die Vertreter der Kommune ebenso wie die Bürger. Doch die Verhandlungen zwischen Bahn und Gemeinde verlaufen zäh. Bislang. Denn jetzt soll es vorangehen.

„Geschichte wird gemacht. Es geht voran.“ So heißt eine Textzeile aus dem Song „Ein Jahr. Es geht voran“ der Band „Fehlfarben“ aus den 1980er-Jahren. Und ähnlich lässt sich auch die Stimmung bei Haars Bürgermeister Helmut Dworzak (SPD) beschreiben. Gegen Ende seiner 22-jährigen Dienstzeit kann er jetzt immerhin von einem „wahnsinnig wichtigen Schritt“ nach vorne sprechen. Denn immerhin soll in diesem Jahr die Treppe am südlichen Zugang zum S-Bahnhof umgestaltet und eine neue Überdachung errichtet werden. Und auch im Norden der Anlage, in Richtung Eglfing, geht es voran, dort, wo einmal mit dem Jugendstilpark bis zu 3000 Neubürger in den Haarer Ortsteil ziehen sollen, und wo heute schon die Beschäftigten des Gewerbeparks in die S-Bahn aus- und einsteigen. Die Gemeinde hat der Bahn ein 5854 Quadratmeter großes Grundstück abgekauft und will im Frühjahr 2015 mit dem Bau einer rund 200 Meter langen Rampe beginnen.

Ihren Ausgangspunkt soll sie auf Höhe der Sportplätze finden. Läuft alles glatt, rechnet Bauamtsleiter Rainer Wöhrl mit einer Bauzeit von fünf bis sechs Monaten.

Im Herbst also, könnte der neue, behindertengerechte Zugang nutzbar sein. Links und rechts des Tunnels sollen Treppen entstehen, eine Brücke über den Weg führt zu den Parkplätzen und zu den Fahrradständern. Rund 260 solcher Ständer sind geplant, alle überdacht. Erst einmal nicht gebaut wird ein Parkhaus, auch wenn die Gemeinde das entsprechende Grundstück gekauft hat.

Alles in allem also geht es voran. Im Rathaus macht sich vorsichtiger Optimismus breit. „Es kommen bessere Zeiten“, findet Wöhrl. Auch wenn die Gemeinde allein 1,8 Millionen Euro, inklusive der Ausgaben für das Grundstück, ausgeben wird, um den nördlichen Zugang zum S-Bahnhof aufzuwerten.

Dass die Gemeinde eine dicke Stange Geld investieren muss, um Verbesserungen zu erreichen, das gilt nicht nur für den nördlichen Teil des Bahnhofes. Am südlichen Aufgang, wo jetzt die Treppe umgestaltet und die Überdachung angebracht werden sollen, gibt die Gemeinde 576 000 Euro aus. Vor vier Jahren, als die Planungen für diese beiden Details begonnen hatten, lagen die Schätzungen bei 340 000 Euro.

Die Bahn beteilige sich an den Kosten nicht, teilt die Gemeinde mit, lasse sich aber die Honorare für ihr Projektmanagement von der Gemeinde bezahlen. Für Bürgermeister Dworzak ein unerträglicher Zustand. „Die Verarschung ist schon groß genug. Man kann nur mit großem Staunen auf den Konzern schauen, der ja nicht mal schlechte Gewinne macht.“ Die Gemeinde plant daher, sich einen Teil des Geldes wieder zurückzuholen. Nämlich dann, wenn sich Investoren für das Areal südlich des Bahnhofs gefunden haben und entsprechend städtebauliche Verträge ausgearbeitet werden. bw

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