Bei "Modus"-Tag Lust auf Selbstständigkeit geweckt

- VON RAFAEL SALA Oberhaching - Karin Oechslein war voll des Lobes. "Sie haben aus einer Mini-Ente einen Super-Schwan gemacht!", rief sie vor den mehreren hundert Gästen, die am Samstagvormittag beim Schulentwicklungstag in der Aula des Oberhachinger Gymnasiums saßen, ins Mikrofon. Ihre Worte galten Regina Pötke, der ehemaligen Schulleiterin des Gymnasiums auf dem Kyberg und jetzigen Geschäftsführerin der "Stiftung Bildungspakt Bayern". Als Wegbereiterin der ersten Stunde hat sie dem bayernweiten Schulreform-Projekt "Modus 21" zu einem durchschlagenden Erfolg verholfen.<BR>

<P>"Modus 21 - gemeinsam auf neuen Wegen", lautete das Motto des fünften Schulentwicklungstags, zu dem das Bayerische Kultusministerium Eltern, Lehrer und Schüler ins Oberhachinger Gymnasium eingeladen hatte. Dass für die Veranstaltung die Schule im Hachinger Tal ausgewählt wurde, war für Landrat Heiner Janik (CSU) schon so etwas wie eine Selbstverständlichkeit: Keine andere Schule im südöstlichen Landkreis habe das Projekt so entschieden und konsequent vorangetrieben, lobte er. "Es geht um Selbstständigkeit und Eigenständigkeit. Für beides steht Ihre Schule vorbildlich."<P>Im Rahmen eines Aktionstages mit Vorträgen und Workshops haben mehrere der 44 am "Modus 21"-Projekt beteiligten Schulen jetzt erstmals ihre Ergebnisse öffentlich vorgestellt. Fazit: Löst man die Bildungseinrichtungen ein Stück weit vom Korsett staatlicher Schulordnungen, beschreiten die Schulen also mutig eigene Wege in Richtung Praxisbezogenheit, dann lassen sich klasseninterne Probleme viel besser lösen. Selbst Ministerialdirigent Peter Müller bezeichnete diese Ordnungen als "Auslaufmodell". Sinn und Zweck der "Schule von morgen" müsse es sein, den Einrichtungen selbst zu überlassen, wie sie auf Defizite reagieren: "Wir spielen den Ball zurück. Leistungsnachweise etwa müssen viel stärker vor Ort geregelt werden."<P>Wie das am Beispiel Mathematik aussehen kann, darüber gab Margarete Zinth vom Kirchheimer Gymnasium in einem Workshop Auskunft. Einmal wöchentlich verteilt sie an alle Schüler der fünften bis siebten Jahrgangsstufen Übungsblätter, die sich nicht mit dem aktuellen Stoff befassen, sondern Aufgaben aus viel weiter zurück liegenden Stunden beinhalten. Damit soll das Grundwissen auf eine solide Basis gehoben werden - in einem Fach wie Mathematik unerlässlich, um zu bestehen. Bisher habe sie mit der Maßnahme großartige Erfahrungen gemacht: "Die Schüler, die solche Tests absolviert haben, standen nach drei Jahren viel sattelfester da."<P>Modell hat auch seine Grenzen <P>Die Haupt-Initiatorin von "Modus 21", Regina Pötke, räumte indes ein, dass das Modell auch seine Grenzen habe. So effizient es sei - sein Sinn sei nicht, den Schulbetrieb von der Aufsicht des Staates zu lösen. "Sonst hätten die Schüler ja keine Chancengleichheit mehr."<P>

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