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In diesem Anwesen in Haar soll ein 31-Jähriger ermordet worden sein.

Weiterer Verdächtiger festgenommen

Mord in Haar: Opfer wurde mit einer Kreissäge getötet

Haar - Im Fall des ermordeten 31-Jährigen in Haar wurde ein weiterer Verdächtiger festgenommen. Außerdem gab die Polizei schockierende Details bekannt.

Mittlerweile habe man eine „konkrete Vorstellung“, wie die Tatverdächtige Gabriele P. ihren ehemaligen Lebensgefährten vor gut acht Jahren auf ihrem Grundstück in der Haarer Zunftstraße umgebracht haben soll, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch auf der Pressekonferenz im Polizeipräsidium in München. Dass man mit der Bekanntgabe der neuen Ermittlungserkenntnisse bis gestern gewartet hat, hatte einen einfachen Grund: „Wir wollten die Beisetzung abwarten.“ Aus Respekt vor der Familie des Opfers Alexander H., die „emotional sehr angeschlagen“ sei. Denn die neuen Erkenntnisse sind grausam und erschütternd zugleich.

Als Tatwaffe diente Gabriele P. demnach eine Hand-Kreissäge. Darauf ließen „Aussagefetzen“ der heute 31-Jährigen schließen. Das stimme auch mit Spuren an der Leiche überein und deckt sich mit den Ergebnissen der Rechtsmedizin, wonach das Opfer infolge „scharfer Gewaltanwendung“ verstarb. Einen Unfall schließt Steinkraus-Koch daher aus. Er gehe weiterhin von „Heimtücke“ und damit Mord aus.

Der damals 27-jährige Alexander H. sei zum Tatzeitpunkt in einem Zustand gewesen, „in dem er sich nicht mehr wehren konnte und auch nicht davon ausgehen konnte, dass gleich eine Kreissäge auf ihn niedergehen würde“, sagte Markus Kraus, der Leiter der Mordkommission. Ob Gabriele P. ihr Opfer zuvor betäubt oder bewusstlos geschlagen hat, wollte er hingegen nicht sagen. Auch auf Details der Sägenattacke wollte Kraus nicht weiter eingehen – aus Rücksicht auf die Angehörigen.

Leiche lag noch ein halbes Jahr auf dem Dachboden des kleinen Hauses

Im Zuge der Ermittlungen stellte sich zudem heraus, dass Alexander H. nicht, wie bisher angenommen, 2010 umgebracht wurde, sondern schon zwei Jahre zuvor, im Dezember 2008. Die Leiche lag noch über ein halbes Jahr lang auf dem Dachboden des kleinen Hauses. Dort soll die Tat auch stattgefunden haben. Die Spurensicherung fand auf dem Dachboden großflächige Blutspuren, die auch nach all den Jahren mit einem speziellen Mittel, sogenanntem Luminol, sichtbar gemacht werden konnten.

Erst im Sommer 2009 hatten Gabriele P. und ihr neuer Lebensgefährte Christian K. die Leiche dann aus dem Haus geschafft und in ihrem Garten vergraben. Zwischen einem Hühnerstall und einem Ententeich, verscharrt unter Gartenabfällen, alten Dachziegeln und abgeschnittenen Ästen. Nur wenige Meter entfernt vom eigenen Schlafzimmer.

Jahre lang lebte das Pärchen auf dem Anwesen, hatte zahlreiche Mitbewohner. Im Garten feierte es gar seine Hochzeit. Vor drei Wochen wurden die Beiden dann verhaftet und die Überreste von Alexander H. im Garten gefunden. Ein anonymer Hinweis hatte die Ermittler auf die Spur gebracht. Wer der Tippgeber ist, ist weiter nicht bekannt.

Anfang Februar wurde ein weitere Verdächtiger festgenommen, der bei der Beseitigung der Leiche geholfen haben soll. Der 34-jährige Landschaftsgärtner aus München lebte selbst nicht in der Studenten-WG, war jedoch mit Christian K. befreundet. Beide müssen sich nun wegen Strafvereitelung verantworten.

Mit der Festnahme des Münchners seien nun jedoch alle Mittäter in Haft, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch: „Davon gehen wir nach jetzigem Stand aus.“ Die Ermittlungen dauern derweil noch an. Unklar ist unter anderem, was genau Gabriele P. zu dem schrecklichen Mord an Alexander H. bewogen hat. Das Paar soll sich kurz vor der Tat gestritten haben. Die Vernehmungen ließen auf eines schließen, so Steinkraus-Koch: „Sie wollte ihn loswerden.“

fp

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