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Blumen für Larissa von Nachbarn und Freunden, abgelegt vor dem Haus in der Fichtenstraße in Unterföhring.

Prozess

Mord an Larissa (16): Täter will im Wahn getötet haben 

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Unterföhring – War es eine Bluttat aus Eifersuccht oder tatsächlich eine im Wahn? Im Prozess um den Mord an der 16-jährigen Larissa P. aus Unterföhring hatten am letzten Prozesstag vor Weihnachten die Ermittler das Wort.

Gleich nach der Tat am 7. März berichtete ihnen der 24-jährige Täter wirre Dinge: Er habe Larissa theoretisch umgebracht, aber eigentlich habe „etwas anderes“ Larissa getötet. Das Böse sei in ihn gefahren. Der 24-Jährige beruft sich darauf, dass er seine Freundin im Wahn erstochen habe. Angeklagt ist er jedoch als normal schuldfähiger Mann.

„Der Beschuldigte war anfangs etwas wirr“, sagte ein Polizist. „Er sagte, dass es eine gute und eine böse Seite in ihm gebe.“ Er wolle die böse Seite aber nicht, er wolle zur guten Seite wechseln. Lange habe er nicht zwischen Gut und Böse unterscheiden können. Er wisse nicht, ob er Larissa erstochen habe. Irgendetwas habe Larissa „zack, zack“ erstochen.

Das „andere etwas“ habe das Messer aufgeklappt – und er habe es „in Art eines Schlitzers“ hinter dem Rücken gehalten. Im Polizeiprotokoll heißt es weiter: „Ich möchte, dass das Gute in mir am Leben bleibt und dass das Böse einfach nicht mehr existiert.“

Eine weitere Polizistin schilderte einen „Redewahn“ des Täters. „Er hörte nicht auf zu reden.“ Der 24-Jährige soll auch immer wieder laut geschrien haben, darunter auch „Allah!“

Den Ablauf hatte der 24-Jährige bei der Polizei so geschildert: Vor dem Schlafengehen habe er noch einen Joint geraucht. Daraufhin habe er „schlagartig panische Angst“ vor seiner Freundin bekommen – davor, dass sie eine Hexe sei. Darum sei er in Unterhosen aus dem Haus und bis zur Blumenstraße gerannt. Als er sich umdrehte, habe er Larissa in einem weißen Mantel weinend hinter sich gesehen. 

In der Anklage der Staatsanwaltschaft steht es genau umgekehrt. Sie erklärt die Tat weniger mit Wahnvorstellungen als vielmehr mit Eifersucht. Larissa soll ihrem Freund an diesem Abend gesagt haben, dass sie sich trennen will. Darüber sei es zum Streit gekommen, Larissa sei im Bademantel auf die Straße geflüchtet, ihr Freund habe sie in Unterhosen verfolgt.

Ein Nachbar, den die 16-Jährige um Hilfe bat, begleitete das Paar zurück in die Wohnung. Doch er konnte nicht verhindern, dass der 24-Jährige plötzlich mit dem Messer auf Larissa einstach und die Halsschlagader durchtrennte. Der Prozess dauert an. 

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