Mord an Porsche-Lady bleibt ungeklärt

- Verdächtigem nur Beihilfe nachzuweisen - seit gestern wieder frei

Garching (wib) - Er war mit vier Jahren und sieben Monaten der "dienstälteste" Untersuchungshäftling in München-Stadelheim. Doch seit gestern ist Ivica G. ein freier Mann. Das Landgericht München I verurteilte den 34-Jährigen zu sechseinhalb Jahren Haft wegen Beihilfe zum Mord an der Garchinger Ex-Prostituierten Brigitte M. Da er schon zwei Drittel der Zeit verbüßt hat, wird die Reststrafe zur Bewährung ausgesetzt.

Nach fast fünfeinhalb Jahren ist der brutale Messermord an der "Porsche-Lady" aus Sicht des Gerichts nicht mehr vollständig rekonstruierbar. Sicher ist nur: G. war am 7. November 1997 zusammen mit mindestens einem Unbekannten in der Garchinger Wohnung der 35-Jährigen - das zumindest besagen Finger- und DNA-Spuren. "Ob G. aktiv an der Tötungshandlung beteiligt war, ist nicht mehr zu klären", sagte der Vorsitzende Richter Werner Ulrich. Auf dem Tatmesser waren nur Spuren des Unbekannten, der nicht dem näheren Freundeskreis des Opfers zuzuordnen war. Unklar ist, ob er mit der bosnischen Drogenmafia zu tun hatte, von der sich M. nach Aussage ihrer Eltern bedroht fühlte.

Zweimal - 1999 und 2000 - verurteilten Münchner Richter den Kellner schon wegen Mordes zu lebenslanger Freiheitsstrafe, beide Urteile hob der Bundesgerichtshof wegen Beweismängeln wieder auf. Diesmal war die Revision zumindest teilweise erfolgreich, daher muss G. nur zwei Drittel der Kosten zahlen. Nach dem gestrigen Urteil wollte er zunächst mit seinen Anwälten Sewarion Kirkitadse und Klaus Gussmann Kaffee trinken gehen, am Abend dann ging sein Flug von München heim nach Kroatien, wo Frau und Tochter auf ihn warten.

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