Müll-Sheriffs auf der Jagd nach Umwelt-Rabauken

- Unterhaching lässt seine Wertstoffhäuschen observieren

VON MARTIN BECKER Unterhaching - Sie kennen keine Skrupel, scheren sich einen Dreck um die Müll-Trennung und belasten obendrein die Allgemeinheit: Umwelt-Sünder, die heimlich ihren Schutt vor Wertstoffsammelstellen abladen. Ganz nach dem Motto: Irgendein gutmütiger Trottel wird meinen Kram schon wegräumen. Für derartige Umwelt-Rabauken brechen in Unterhaching jetzt ungemütliche Zeiten an, denn die Gemeinde lässt ihre Wertstoffhäuschen von zwei "Müll-Sheriffs" observieren.

Unterhachings Bürgermeister Erwin Knapek (SPD) stinkt die Müll-Moral mancher Leute mittlerweile dermaßen, dass er zu ungewöhnlichen Maßnahmen greift. Die Verschmutzung der gemeindlichen Wertstoffsammelstellen habe in jüngster Zeit "stark überhand genommen". Neben kleineren "Vergehen", beispielsweise Pappe fälschlicherweise in den Behälter für Plastik zu werfen, seien "häufig schon große Mengen Gewerbemüll, Baumaterialien und sogar Essensreste in den Häuschen abgelagert worden", so Knapek. "Je besser man mit dem Auto hinfahren kann, desto schlimmer ist die Lage."

Neuerdings sind zwei Gemeinde-Mitarbeiter ausschließlich dafür abgestellt, um dem Müll-Wildwuchs Einhalt zu gebieten. Sie sollen nicht nur die Sammelstellen sauber halten, sondern auch die Abfall-Rowdys identifizieren und im Idealfall dingfest machen. "Unsere Leute sind mit Mobiltelefonen ausgerüstet, um sofort die Polizei holen zu können", sagt Knapek, der das Duo am liebsten unauffällig im Hintergrund arbeiten sieht: "Die "Wanted!" Bürger werden ebenfalls zur Fahndung aufgefordert Anonymität unserer Mitarbeiter muss gewahrt bleiben, denn wer beim Müll gegen Recht und Gesetz verstößt, der wird auch anderweitig massiv", fürchtet Knapek um die körperliche Unversehrtheit der Müll-Sheriffs, sollte deren Identität auffliegen - deshalb durfte der Münchner Merkur auch kein Foto von der Jagd nach Umwelt-Sündern machen.

Knapek setzt aber nicht allein auf die beiden - stets dezent zivil gekleideten - Wertstoffhäuschen-Observierer, sondern auch auf die Mithilfe der Bevölkerung. Wer "Personen beobachtet, die Sammelstellen verunreinigen oder Fremdmaterialien ablagern, soll diese bitte ansprechen oder eine Meldung an uns machen, möglichst unter Angabe eines Namens oder eines Autokennzeichens", wünscht sich Knapek aufmerksame Bürger. Gibt es für erfolgreiche "Wanted-Aktionen" eine Belohnung? Knapek: "Jeder ist schon belohnt genug, wenn er die Kosten nicht mittragen muss, die diese Typen verursachen, indem sie ihren Müll wild ablagern."

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