Vergewaltigungsvorwürfe
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Oleg G. (56) bestreitet die Vergewaltigungsvorwürfe, ist aber einschlägig vorbestraft.

Horror in der Praxis

Drei Frauen vergewaltigt? Physiotherapeut (56) vor Gericht mit dreister Aussage - Richter kann nur den Kopf schütteln

  • Andreas Thieme
    vonAndreas Thieme
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Die Vorwürfe wiegen schwer. Ein Physiotherapeut soll drei Patientinnen vergewaltigt haben. Der 56-Jährige spricht von seiner „ganzheitlichen Methode“ auf dem Behandlungstisch.

München - Caroline S. (Name geändert) war geschockt. Nach der Physiotherapie im August 2020 schlich die 37-Jährige ins Freie. Sie vertraute sich einer befreundeten Ärztin an und berichtete, was sich bei der Massage abgespielt hatte – der Physiotherapeut hatte S. im Schritt berührt, obwohl sie zur Nachbehandlung einer Fußverletzung in dessen Praxis war. Die Ärztin untersuchte Caroline S. und bestätigte, dass sie vergewaltigt worden war. Sie bewegte S. zu einer Anzeige.

Physiotherapeut vor Gericht - Vergewaltigung in drei Fällen wird dem 56-Jährigen vorgeworfen

Ein wahrer Horror! Denn auch eine weitere Patientin sowie eine Kollegin von Oleg G. erheben schwere Vorwürfe gegen den Physiotherapeuten, der sich seit Dienstag vor Gericht verantworten muss. Der Tatvorwurf: Vergewaltigung in drei Fällen. Laut Anklage zeigten die Frauen G. an, als sie sich nackt auf seinen Behandlungstisch legen mussten und er sie intim berührt hatte.

Unfassbar: Den Frauen hatte G. laut Anklage sogar aufgetragen, mit niemandem über seine Behandlung zu sprechen, da diese sonst angeblich nicht wirke. Zudem wollte der Masseur „keine Bedenken bei den Frauen auslösen. Sonst fragen die noch: Was will der da machen?“, erklärte der Masseur vor Gericht. „Eine berechtigte Frage“, sagte Richter Markus Koppenleitner.

„Ganzheitliche Methode“ - Physiotherapeut bestreitet Vorwurf

Im Strafprozess sah Oleg G. seine Schuld aber keineswegs ein – der Physiotherapeut begründete sein Grapschen sogar mit einer angeblichen medizinischen Notwendigkeit. „Ich habe die Frauen nicht vergewaltigt“, behauptete er. Seine „ganzheitliche Methode“ habe „lange Muskelketten aktivieren“ wollen. Der Richter schüttelte darüber nur den Kopf und bewertete das Verhalten des Angeklagten als „wunderlich“.

Bitter dagegen die Vorgeschichte. Oleg G. ist vorbestrafter Sexualtäter. 2007 und 2010 hatte er zwei Frauen ganz ähnlich missbraucht. Doch damals galt noch nicht das verschärfte Sexualstrafrecht – deshalb kam G. mit Bewährung davon, erhielt allerdings ein striktes Berufsverbot. Seinem Arbeitgeber verschwieg er die Vorstrafe. Ein Führungszeugnis wollte die Praxis von Oleg G. nie sehen.

Mutig sagte Caroline S. gegen ihn aus, lebt aber seit dem Übergriff in Angst. „Ich kann in kein Taxi mehr einsteigen, das ein Mann steuert.“ Das Urteil soll am Donnerstag fallen.

Ebenfalls vor Gericht steht in München derzeit ein 78-jähriger Mann, der in einem Altenheim mehrere Mitbewohnerinnen monatelang missbraucht und vergewaltigt haben soll. Erst die Angehörige eines Opfers brachte den Fall zu Tage. wal, thi

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