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Extra-Geld fürs Sparschwein zahlt der Landkreis München seinen Angestellten.

Kreistag muss die zusätzliche Zahlung abnicken

Die München-Zulage kommt: Landkreis-Angestellte bekommen ab 2020 monatlich mehr Geld

  • vonAndreas Sachse
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Den Angestellten des Landkreises München winkt mehr Geld. Monatlich 270 Euro sollen sie ab 2020 überwiesen bekommen. Vorausgesetzt der Kreistag stimmt zu.

Landkreis – Der München-Zulage steht im Landkreis nichts mehr im Wege. Ab Januar kommenden Jahres werden Beschäftigten des Landkreises München bis zu 270 Euro pro Monat zusätzlich zum Tariflohn gewährt.

Seit dem erfolgreichen Abschluss zwischen der Gewerkschaft Verdi und der Landeshauptstadt sowie dem nachfolgenden Stadtratsbeschluss im Oktober steht fest, dass Mitarbeiter der Stadt München ab 2020 in den Genuss zusätzlicher Zahlungen gelangen. Im Interesse einer Chancengleichheit zieht der Landkreis nach. Kreis-Bedienstete sollen nicht schlechter gestellt sein als Mitarbeiter der Stadt. Die Lebenshaltungskosten zwischen der Stadt und dem durch die S-Bahn erschlossenen Umfeld unterscheiden sich kaum mehr. Es ist zu erwarten, dass der Kreistag die Münchenzulage am 16. Dezember endgültig unter Dach und Fach bringt. Die Regelung tritt zum 1. Januar 2020 in Kraft.

„Unsere Leute dürfen auf keinen Fall schlechter gestellt sein“

Schon im Sommer stand für das Landratsamt fest, die Regelungen der Münchenzulage auch im Landkreis anzuwenden, sollte die Stadt die Gehälter ihrer Mitarbeiter durch einen regelmäßigen Grundbetrag aufbessern. Inzwischen liegt auch das Einvernehmen des Kommunalen Arbeitgeberverbands Bayern (KAV) vor. Die München-Zulage richtet sich an Angestellte und Nachwuchskräfte des Landkreises sowie an Auszubildende des Landratsamts, die sich in dualen Studiengängen befinden. Mitarbeiter des Kreises in den 29 Städten und Gemeinden sind von den Zusatzzahlungen ausdrücklich nicht ausgeschlossen.

Die Zulage soll Belastungen durch steigenden Lebenshaltungskosten abfedern helfen. Dem Landratsamt geht es aber auch darum, eigenes Personal gegenüber städtischen Bediensteten nicht zu benachteiligen. „Unsere Leute dürfen auf keinen Fall schlechter gestellt sein“, sagte Landrat Christoph Göbel (CSU): Die Regelung aus München werde daher eins zu eins übernommen. Dahinter verbirgt sich auch die Sorge, eigenes Personal an die Konkurrenz zu verlieren, Leerstellen nicht mehr besetzen zu können. Beschäftigte des öffentlichen Dienstes bekommen ab Januar 2020 monatlich 270 Euro, Auszubildende und Studenten 140 Euro. Pro Kind gibt es weitere 50 Euro. Wer halbtags arbeitet, erhält den halben Betrag.

München-Zulage: Im Haushalt 2020 sind knapp drei Millionen Euro vorgesehen

Im Finanzausschuss bekräftigten die Fraktionen ihren Willen, den im Sommer eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Das gilt auch für die Bemühungen des Landratsamts, eine entsprechende Lösung für Beamte im Dienst des Landkreises zu finden. Es mache keinen Sinn, diese Leute von Zusatzzahlungen auszuschließen, sagte Kreisrat Franz Schwarz (SPD): „Beamte sind von steigenden Lebenshaltungskosten genauso betroffen. Wir wollen keine Klassen-Unterschiede aufreißen lassen.“

Für die zusätzlichen Zahlungen sind im Haushalt 2020 knapp drei Millionen Euro vorgesehen. Bei der Zulage handelt es sich um eine freiwillige Leistung des Kreises. Es besteht keine gesetzliche Verpflichtung, somit auch kein Anspruch. Sollten sich die ökonomischen Rahmenbedingungen dramatisch verschlechtern, könnte der Kreis die Zulage streichen. Daran ist angesichts eines neuerlichen Rekordhaushalts wohl aber nicht zu rechnen.

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