Prämie für Verwaltungsmitarbeiter

Münchenzulage setzt Umland unter Druck

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Haar - Kommunen tun sich schwer, neue Mitarbeiter für ihre Verwaltung zu finden. Weil die Stadt München ihren Beschäftigten seit einiger Zeit eine monatliche Prämie zahlt, geraten Gemeinden im Umland unter Druck

Die sogenannte Münchenzulage – eine monatliche Bonuszahlung der Stadt München an ihre Beschäftigten – hat die Umland-Gemeinden gehörig unter Druck gesetzt. Nachdem zuerst der Landkreis auf die angespannte Personalsituation im Verwaltungsbereich reagiert hatte und seinen Mitarbeiter seit Jahresanfang eine Arbeitsmarktzulage zahlt, ziehen nun immer mehr Kommunen nach. Neben den Gemeinden Gräfelfing, Unterföhring, Unterhaching, Aschheim und Feldkirchen, welche die Prämie schon bezahlen, erwägt nun auch die Gemeinde Haar, ihren 217 Mitarbeitern monatlich 150 Euro extra zu bezahlen. Auszubildende sollen 75 Euro erhalten.

Ähnlich wie bei Erziehern und Kinderpflegern konkurrieren die Kommunen auch in der Verwaltungsbranche mit der Stadt München um die besten Bewerber. Diese ziehen freilich das Gehalt in ihre Entscheidung mit ein. Da sich viele Erzieher wegen geringen Gehalts den Lebensunterhalt in und um München nicht mehr leisten können, zahlt die Stadt seit einiger Zeit ihrem pädagogischen Personal eine monatliche Prämie. Aufgrund des Konkurrenzdrucks um Personal haben fast alle Kommunen im Landkreis ebenfalls eine Zulage für Kindererzieher und -pfleger eingeführt. 

Nun greift der gleiche Effekt bei den Verwaltungsmitarbeitern. Der Landkreis gewährt seinen Beschäftigen seit Anfang des Jahres je nach Gehaltsklasse zwischen 50 und 200 Euro monatlich mehr Gehalt. Das wiederum zwingt die Gemeinden zu handeln. Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) verdeutlichte in der Sitzung des Hauptausschusses, wie schwer neue Kollegen zu bekommen sind. Im Bauamt müsse eine Stelle wegen eines Krankheitsfalls nachbesetzt werden. „Wir finden aber einfach keine Bewerber“, sagte sie. 

Die Mitglieder des Bauausschusses erkannten einerseits die Notwendigkeit einer solchen Zulage. Anderseits meinten einige, dass das Gehalt eigentlich über den Tarif erhöhten werden müsste. „Eine Arbeitsmarktzulage ist eigentlich ein Unding“, sagte Ton van Lier (Freie Wähler). Das setze nur die Gemeinden unter Druck. Mike Seckinger (Grüne) sprach von einer „Zwangslage“ und Thomas Reichel (CSU) von einer „Zwickmühlen-Situation“. Letzterer plädierte dafür, ein Zeichen zu setzen und die Einführung der Zulage zu verschieben. Müller sagte in Richtung Reichel: „Du überschätzt unsere Signalwirkung.“ Ob die Gemeinde als erstes oder sechstes mitmachen, sei egal. 

Kurios ist, dass eigentlich die rechtliche Grundlage fehlt, um pauschal allen Rathaus-Mitarbeitern eine Zulage zu zahlen. Der Landkreis und die Kommunen nutzen daher ein „Schlupfloch“, wie Müller sagte: Eine Ausnahmeregelung des Kommunalen Arbeitgeberverbandes (KAV) zufolge, dürfen Gemeinden und Städte im Einzelfall eine befristetet Arbeitsmarktzulage einführen, um den Personal zu halten. Da die Gemeinde aber allen Mitarbeitern die Prämie zahlen möchte, soll jeder eine entsprechendes Formblatt ausfüllen. Geplant ist, die Zahlung der Zulage bis 2020 zu befristen. Pro Jahr kostet das die Gemeinde rund 300 000 Euro. Eine endgültige Entscheidung fällt in der Sitzung des Gemeinderates am kommenden Dienstag.

Rubriklistenbild: © dpa

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