Munteres Wirte-Wechselspiel: Niederreiner pachtet "Hachinger"

- Unterhaching - Die Sache schien perfekt, auf dem Unterhachinger Neujahrsempfang sind die Wirtsfamilien Christoph und Sabine Lederwascher sowie Jörg und Martha Schwarz schon öffentlich als neue Pächter der seit November geschlossenen Gaststätte "Hachinger" vorgestellt worden (wir berichteten). Plötzlich hat sich jetzt aber alles zerschlagen - und ein anderer Gastronom kommt zum Zug: Martin Niederreiner vom "Alten Wirt" in München-Ramersdorf. "Er hat ein gutes Konzept und packt die Sache so an, dass er etwas aus dem ,Hachinger` machen will", sagt Bürgermeister Erwin Knapek (SPD).<BR>

Vor fünf Wochen erst hatte Knapek die Ideen der Familie Lederwascher, die in Putzbrunn den "Alten Wirt" betreibt, gelobt. Warum die Lederwaschers sowie deren Geschäftspartner, die Familie Schwarz (die zuvor vier Jahre lang in Norwegen eine Kabeljauzucht aufgebaut hatte), kurzfristig auf dem Abstellgleis landeten, darüber gehen die Darstellungen auseinander.<P>"Wir sind fix und fertig", jammert Christoph Lederwascher. "Ich habe schon das Inventar abgelöst, Personal eingestellt. Seit sechs Wochen leben wir aus Umzugskartons, hätten bloß mit dem Finger zu schnippen brauchen und anfangen können. Und auf einmal kam das Aus von der Brauerei!"<P>Karl-Heinz Knoll, Geschäftsführer der Spaten-Brauerei, schildert die Entwicklung freilich ganz anders. "Seit einem Vierteljahr liegt der Pachtvertrag auf dem Tisch, aber die Familie Lederwascher konnte sich nicht zu einer Unterschrift durchringen, sondern bat plötzlich um Bedenkzeit", so Knoll. Es sei den einstigen Pächtern in spe "um elementare Dinge gegangen, nämlich um die Konditionen der Pacht". Knoll wertete dies als "Zocken kurz vor Toresschluss" und reagierte stinksauer: "Das ist, als ob eine Braut einen Tag vor dem Hochzeitstermin sagt, sie müsse sich nochmal überlegen, ob dieser Mann auch der Richtige ist. Mich hat fast der Schlag getroffen!"<P>Lederwascher indes betont, man habe "die Höhe der Pacht nie angezweifelt, sondern nur die Modalitäten ändern wollen". Knoll kontert: "Und das fällt ihm erst jetzt ein? Die Änderungswünsche waren gravierend." So sehr, dass die Brauerei sich kurzerhand nach einem völlig anderen Pächter umsah. Nach nur einem Tag Bedenkzeit sagte Martin Niederreiner zu - Knoll hält große Stücke auf den jungen Ramersdorfer: "Er hat ein klasse Konzept mit vernünftigen, bürgerlichen Preisen." Als Termin der Wiedereröffnung sei spätestens der 1. April anvisiert.<P>Was die Geschäftsbeziehungen zu den Lederwaschers angeht, die in Putzbrunn ihr Bier von Spaten beziehen: "Natürlich wird`s da zu Irritationen kommen", prognostiziert Knoll. Was Lederwascher wiederum wenig zu kümmern scheint: "Ich bin nicht auf die Spaten-Brauerei angewiesen."<P>Martin Becker<P>

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