Gesang und Vereinsleben stellen für Magnus Schelle eine große Bereicherung dar. Foto: DV

„Musik ist eine wunderbare Bereicherung im Leben“

Oberhaching - Magnus Schelle ist 80 Jahre alt geworden - und zur Feier des Tages zum Ehrenvorsitzendes des Isartal-Sängerkreises ernannt worden.

„Singen macht einfach Freude und gibt einem das Gefühl, etwas Schönes aktiv zu tun“, ist sich Magnus Schelle, der seit seiner Kindheit in Chören singt, sicher. Zur Feier seines 80. Geburtstags wurde der Oberhachinger jetzt vom Isartal-Sängerkreis, bei dem er von 1981 bis 2010 Erster Vorstand war, zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Bereits 2011 wurde er Ehrenvorsitzender der Sängerzunft Deisenhofen, der er kurz nach dem Krieg beitrat und von 1976 bis 2010 das Amt des Ersten Vorstands einnahm. „Die Ehrungen sind eine große Freude, aber gleichzeitig tut es mir auch leid, dass ich jetzt nicht mehr so aktiv sein kann, weil sich das Alter bemerkbar macht.“

Zu den Festlichkeiten im „Weißbräu“, wo der Männerchor einmal die Woche probt, wurde auch offiziell der bisherige Chorleiter Matthias Schelle, Sohn von Magnus Schelle, verabschiedet. Er führte musikalisch 16 Jahre lang den Chor. Seit rund einem Jahr ist Gabriele Niehoff neue Dirigentin.

Zum 80. Geburtstag blickt Magnus Schelle zurück:

-Musik ist in Ihrer Familie stets wichtig gewesen?

Allerdings, wir haben Musikalität immer gepflegt und alle acht Kinder haben ein Instrument gelernt. Matthias wurde Instrumentenbauer und ist als Dirigent unter anderem bei der Deisenhofener Blaskapelle und im Blasorchester Grünwald tätig. Mein Sohn Stefan spielt die Tuba, wenn es seine Zeit im Amt als Bürgermeister zulässt. Und meine Tochter Brigitte ist Flötistin und Musiklehrerin. Als Jugendliche haben alle manchmal im Ensemble gespielt.

-Sie selbst haben ihr Leben lang im Chor gesungen, woher dieses Engagement?

Als ich der Sängerzunft beitrat, war ich der Jüngste, nun bin ich fast der Älteste. Das Singen verbindet Menschen. Neben der Musik geht es auch um die Gemeinschaft und fröhliches Beisammensein. Das kommt heutzutage oft zu kurz.

-Wurde früher ausgiebiger gefeiert?

Allerdings! In den 50er Jahren gab es in Oberhaching zum Beispiel noch zahlreiche Faschingsbälle, die begeistert besucht wurden, von der Feuerwehr zu den Trachtlern oder Turnern, waren viele Vereine aktiv. Da ging es rund bei bester Stimmung, und die Sängerzunft ist mit fröhlichen und bekannten Liedern wie „Frater Kellermeister“ oder „Am Brunnen vor dem Tore“ aufgetreten. Heute gibt es hier kaum noch Bälle, vielleicht ist es den Menschen gleichgültig geworden. Anstatt sich auf die Gaudi zu freuen, heißt es „Muss ich da hingehen?“. Das ist richtig schade!

-In den 70er Jahren verzeichneten viele Vereine einen Rückgang der Mitgliederzahlen. Wie war das bei den Sängern?

Auch wir haben unter dem allgemeinen Trend gelitten und als ich 1976 Vorstand wurde, habe ich es direkt miterlebt, wie mühsam es war, Nachwuchs zu gewinnen. Aber wir hatten immer genug Sänger, um als Chor aufzutreten.

-Worin sehen Sie die Gründe für den Nachwuchsmangel?

Vielleicht war es einfach eine Zeit lang nicht mehr Mode in einem reinen Männerchor zu singen und mit deutschem Liedgut aufzutreten. Doch in den letzten Jahren kann man glücklicherweise eine kleine Renaissance erkennen, obwohl es immer noch schwierig ist, neue Sänger zu gewinnen. Zudem haben wir in den vergangenen Jahren auch internationale Lieder ins Repertoire genommen. Leider nehmen sich die Menschen nicht mehr die Zeit, selbst musikalisch aktiv zu werden, obwohl das wirklich eine wunderbare Bereicherung im Leben ist, sowohl der Gesang wie auch das Vereinsleben, bei dem sich Freundschaften entwickeln.

Birgit Davies

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