Brand an Zugstrecke: S-Bahn-Verkehr steht still - Großeinsatz läuft

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So ähnlich wie diese Hamburger Busfahrerin werden bald auch die Lenker von Bussen und Trams im Landkreis München vom Fahrgastraum abgetrennt - nicht zuletzt zum Infektionsschutz.
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So ähnlich wie diese Hamburger Busfahrerin werden bald auch die Lenker von Bussen und Trams im Landkreis München vom Fahrgastraum abgetrennt - nicht zuletzt zum Infektionsschutz.

Pendler sollen sich wieder in ÖPNV trauen

MVV rüstet Busse und Bahnen um: Plexiglas soll vor Coronavirus schützen

  • vonAndreas Sachse
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Aus Sorge vor dem Coronavirus verbunkern sich selbst gestandene ÖPNV-Pendler auf dem Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen wieder in ihren Autos. Transparente Trennwände in Bus und Tram sollen deshalb MVV-Kunden die Angst vor Ansteckung wieder nehmen.

Landkreis – Der Mobilitätsausschuss des Landkreises München hieß den Einbau von Trennwänden zwischen Fahrer und MVV-Kunden gut. Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2021 sind durchsichtige Trennwände für neue Linien vorgeschrieben.

Seit der heißen Pandemie-Phase Mitte März ist der Verkauf von Tickets durch Fahrpersonal in Zügen, Bussen und Trams untersagt. Beschwernisse wie diese und die Angst, sich im geschlossenen Biotop eines Nahverkehrsmittels das Virus einzufangen, machten Erfolge der Mobilitätswende zunichte. Die Leute flohen zurück ins Auto.

Die Pendler sollen sich wieder in den ÖPNV trauen

Dies vor Augen will das Landratsamt dem MVV-Personal spätestens ab 1. Juli wieder gestatten, Tickets in Nahverkehrsmitteln zu verkaufen. Auf diese Weise hofft man, der Mobilitätswende neuen Schwung zu verleihen und die schon aufgelaufenen Einnahmeausfälle im Rahmen zu halten. Die Fraktionen im Kreistag unterstützen die Pläne.

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Um den Ticketverkauf Anfang Juli wieder anlaufen zu lassen, sind in den Nahverkehrsmitteln des MVV zunächst provisorische Trennscheiben vorgesehen. Da Arbeitsschutz grundsätzlich Aufgabe des Arbeitgebers ist, sind die Provisorien auf Kosten der Verkehrsunternehmen einzubauen. Die Materialkosten sollen sich mit jeweils 300 Euro im Rahmen halten. TÜV beziehungsweise Dekra nehmen die Einbauten ab.

Mittelfristig ist vorgesehen, die Provisorien durch dauerhaft stabile Trennscheiben zu ersetzen. Das Landratsamt kalkuliert mit jeweils 3000 Euro für Einbau und Material und kündigt an, Aufwendungen bis maximal in selber Höhe zu erstatten. Der Freistaat will Einbauten mit bis 1500 Euro pro Fahrzeug oder 90 Prozent pro Maßnahme fördern.

Das Landratsamt legt Wert auf ein möglichst einheitliches Bild. Die Vorgabe lässt sich allerdings nur auf Landkreis-Gebiet umsetzen. Die übrigen sieben MVV-Verbundlandkreise favorisieren andere Modelle.

Schutz auch vor Dieben und Überfällen

Grundsätzlich ist vorgesehen, die Trennscheiben in der Nach-Corona-Ära weiter zu nutzen. Der MVV erwartet „positive Effekte für den Arbeitsplatz des Fahrpersonals.“ Die Kasse wäre sicherer vor Langfingern und Räubern, der Fahrer vor gewaltsamen Übergriffen geschützt. Für neu auszuschreibende MVV-Regionalbuslinien sind durchsichtige Trennscheiben ab Dezember 2021 Pflicht.

Die MVV GmbH geht von einmaligen Investitionen in Höhe von bis zu 600 000 Euro aus. Über Fördermittel des Freistaats könnten 50 bis womöglich 90 Prozent der Kosten wieder eingefahren werden. 

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