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Der Landkreis bezuschusst MVV-Tickets.

5,7 Millionen Euro pro Jahr eingeplant 

MVV-Tarifreform: Landkreis bezuschusst Pendler

  • vonAndreas Sachse
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Gute Nachrichten für alle ÖPNV-Pendler: Der Landkreis bezuschusst wohl all diejenigen MVV-Kunden, die nach der anstehenden Tarifreform in den weiter entfernt liegenden Zonen wohnen.

Landkreis – Der Landkreis München will Unebenheiten der MVV-Tarifreform ausbügeln. Bisher benachteiligte MVV-Kunden aus den weiter entfernt liegenden Zonen M+1 und M+2 sollen mit der M-Zone (Innenraum) finanziell gleichgestellt werden.

Die womöglich schon am 15. Dezember greifende Reform der Reform gilt für Nutzer von MVV-Abos und Jahreskarten mit Wohnsitz im Landkreis. Jenen Pendlern erstattet das Landratsamt jährlich im Schnitt 350 Euro.

MVV-Tarifreform: So viel zahlen Landkreis-Bürger mehr

Ein halbes Jahr, nachdem der Kreistag die Tarifreform mehrheitlich absegnet hatte, würden damit viel kritisierte Mängel behoben. Gerade die einwohnerstarken Nordkommunen Unterschleißheim, Garching und Ismaning hatten stets beklagt, nicht Teil der kostengünstigeren M-Zone zu sein. MVV-Kunden aus den drei Kommunen sowie im Süden aus Sauerlach müssten für die Monatskarte gut 33 Euro mehr zahlen. Bei Gemeinden aus der Zone M+2 (Lohhof, Aying), fallen sogar 58 Euro zusätzlich an. Jahreskarten kosten 321 Euro (M+1) oder 555 Euro (M+2) mehr. 

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 In der jüngsten Sitzung des Kreistags in Pullach kündigte Landrat Christoph Göbel (CSU) an, 5,7 Millionen Euro bereitstellen zu wollen, um den Nachteil auszugleichen. Dem diskutierten Modell zufolge würde Pendlern die Differenz zwischen einer Karte für die Zonen M+1 oder M+2 und der M-Zone erstattet. Sie müssten demnach nur den Preis der M-Zone zahlen. Die Modalitäten der Reform will Göbel über die Sommerpause mit dem Ältestenrat diskutieren. Im Herbst müssten sich Verkehrs- und Kreisausschuss und schlussendlich der Kreistag mit dem Thema befassen. Zum 15. Dezember, dem Tag, an dem die Tarifreform in Kraft tritt, könnte die Maßnahme greifen.

MVV-Tarifreform: Zuschuss keine großzügige Gabe

Kritiker der vor sechs Monaten beschlossen Reform heben zufrieden den Daumen. „Das wäre eine faire und akzeptable Lösung“, sagte Garchings Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD). „Gerade weil wir im Norden uns so sehr für eine Gleichbehandlung eingesetzt haben.“ Gruchmann betonte, die Maßnahme weniger als großzügige Gabe zu deuten denn als Zeichen gelebter Solidarität. „Das Geld holt sich der Landrat über die Kreisumlage zurück.“ Die Kosten aber würden so gerecht auf alle 29 Kommunen verteilt.

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 Bei aktuell 12 000 betroffenen MVV-Kunden belastet die Maßnahme den Kreis mit 4,7 Millionen Euro pro Jahr. Göbel erwartet aber einen „Angebots-Effekte“. Heißt: Noch mehr Menschen könnten sich für ein Jahresticket entscheiden. Der Kreis plant daher mit 5,7 Millionen Euro.

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