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Reges Interesse herrscht beim Ortstermin.

Fraktionen im Planungsausschuss vertagen Bauprojekt einhellig

"Koloss" am Rathausplatz Neubiberg gestoppt

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Neubiberg - Der Widerstand hat sich gelohnt: Der Planungsausschuss hat das Bauvorhaben am Rathausplatz vorerst gestoppt. Die zentrale Frage: Wie viel Platz braucht das Versorgungszentrum wirklich?

Die Pläne für eine Erweiterung des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ), für ein Seniorenzentrum und Wohnungen am Rathausplatz in Neubiberg liegen vorerst auf Eis. Die Vertreter aller Fraktionen einigten sich im Planungsausschuss nun darauf, das Verfahren auszusetzen, um offene Fragen mit dem Investor zu klären. 

Damit haben die Anwohner einen Teilerfolg errungen. Sie hatten die Bürgerinitiative „Rettet den Rathausplatz“ gegründet und sich vehement gegen die Pläne gewehrt. Hauptkritikpunkt: Das Vorhaben ist zu groß, zu massiv, passt nicht zum Erscheinungsbild Neubibergs, zieht mehr Verkehr nach sich, und die Zufahrt sei problematisch. 

Die Fraktionen von CSU, Grünen und USU100%Uni hatten bereits im Juli 2015 gegen die Vergrößerung des Ärztezentrums gestimmt, nun sehen alle Fraktionen Rede- und Nachbesserungsbedarf. Die Aufstellung des Bebauungsplans wurde einstimmig vertagt. 

Bereits in der kommenden Woche wollen die Fraktionssprecher und Projektbeteiligten in einer nicht-öffentlichen Sitzung Detailfragen klären. „Die gesamte Thematik befindet sich im Schwebezustand“, sagt Neubibergs Bürgermeister Günter Heyland (FW) auf Anfrage des Münchner Merkur. „Wir müssen über die Größenentwicklung sprechen.“ Insbesondere gelte es, „Unstimmigkeiten beim tatsächlichen Raumbedarf“ zu klären. Wie viel Fläche das MVZ im Zuge der Erweiterung tatsächlich benötigt, sei noch nicht transparent. 

Vor allem soll die Frage geklärt werden, ob der Investor plant, auf den 2050 Quadratmetern, die das Vorhaben derzeit umfasst, nicht nur eine Erweiterung des MVZ zu realisieren, sondern weitere Flächen unterzuvermieten. Sowohl die Bürgerinitiative als auch die CSU, Grünen und USU100%Uni betonen, das Projekt nicht grundsätzlich verhindern zu wollen. 

„Allerdings darf dies nicht um jeden Preis und in den geplanten Dimensionen erfolgen“, verkündeten die Anwohner beim Ortstermin mit Bürgermeister Heyland vor einer Woche. Auch für die CSU steht fest: Als Ergebnis der neuen Gespräche muss „eine deutliche Verringerung des Bauvolumens“ stehen, sagt Ortschef und Gemeinderat Thomas Pardeller.

nine/hh

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