Nach Bürgerentscheid zwei schlaflose Nächte

- Bußjäger sucht Lösung für Seniorenheim

Kein Seniorenheim im Bannwald an der Leonhard-Stadler-Straße - mit diesem Ergebnis des Bürgerentscheids muss sich die Gemeinde Grasbrunn auseinandersetzen. Wie beurteilt Bürgermeister Otto Bußjäger (CSU) die Situation.

Die Bürger haben sich gegen den von Ihnen favorisierten Standort für das Seniorenheim ausgesprochen. Was gab Ihrer Meinung nach den Ausschlag für den Ausgang?

Bußjäger: Es ist uns nicht gelungen, die Fakten zu transportieren, obwohl wir uns alle Mühe gegeben haben. Die Bürger haben die Ökologieargumente der Gegenseite höher bewertet als die Fakten.

Wie nahmen die Senioren die Entscheidung auf?

Bußjäger: Mit Enttäuschung und Resignation. Ich bin nach Bekanntwerden des Abstimmungsergebnisses ins Altenhilfestüberl im Bürgerhaus gegangen um Meldung zu machen. Hier hatten die Senioren gespannt auf die Entscheidung gewartet.

Apropos Enttäuschung: Wie sehen Sie jetzt die Zukunftsperspektive für ein Seniorenheim? Wie werden Sie weiter vorgehen?

Bußjäger: Nachdem die beste Variante abgelehnt wurde, werden wir nach der zweitbesten Möglichkeit suchen. Wer allerdings erwartet, dass ich in 48 Stunden ein Ersatzkonzept aus dem Hut zaubere, hat sich natürlich geirrt. Ich habe zwei Nächte nach dem Bürgerentscheid nicht geschlafen, um nach der zweitbesten Möglichkeit zu suchen. Wir ziehen uns jetzt nicht zurück, sondern schauen nach vorne.

Nach welchen Gesichtspunkten wird weitergeplant?

Bußjäger: Es wurde ja während den letzten Wochen viel in Frage gestellt: Braucht man überhaupt Betreutes Wohnen? Ist die Größenordnung für Grasbrunn richtig? Stimmt das Raumprogramm? Mir fällt kaum was ein, was nicht angezweifelt wurde. Wir müssen die Rahmenbedingungen für "Nicht-Leonhard-Stadler-Straße" abstecken. Wirklichkeit - Wunsch - Realität, dieser Vergleich muss noch einmal auf den Tisch. Dabei gibt es ganz klare K.O.-Kriterien: In erster Linie muss das Haus finanzierbar, umsetzbar, schnell machbar und gut sein.

Stichpunkt Finanzierbarkeit: Sie haben am Sonntagabend von einer Streichliste gesprochen, die der Gemeinderat jetzt anzulegen hätte, damit der Bau des Seniorenheims zu bezahlen ist. Wann muss der Gemeinderat darüber nachdenken, andere Projekte zugunsten des Seniorenheims zu streichen?

Bußjäger: So weit sind wir noch nicht. Es geht jetzt Schritt für Schritt: Zunächst müssen wir wissen auf welchem Grundstück wir bauen, dann welches Konzept wir anstreben. Dafür haben wir jetzt höchstens vier Wochen Zeit. Je länger wir brauchen, desto länger könnte die Streichliste werden, denn dann könnten die Zuschüsse bereits futsch sein.

Stehen denn die Winklergründe als Standort noch zur Diskussion?

Bußjäger: Selbstverständlich.

Das Gespräch führte Claudia Erl.

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