Nach Einspruch müssen die Pfosten weichen

- Sperrung der Robert-Bosch-Straße wird aufgehoben

Hohenbrunn (wjr) - Was ein Einspruch alles bewirken kann: Die Sperrung der Robert-Bosch-Straße hin zum Wohngebiet Riemerling-West ist vom Tisch. Die Pfosten unweit der Polizeiinspektion 28 fallen, weil ein Widerspruch beim Landratsamt München den Fall nun neu aufrollen ließ, wie jetzt im Gemeinderat bekannt gegeben wurde.

Laut Kreisbehörde hat die Gemeinde Hohenbrunn mit der Sperrung eine straßenrechtliche Anordnung vorgenommen. Dabei stelle sich die Frage, ob diese zu hart sei, um Verkehr aus dem Gewerbegebiet ins Wohngebiet zu verhindern. Bürgermeister Franz Zannoth (parteilos) wies darauf hin, dass die Gemeinde ortsplanerisch hätte vorgehen müssen. Mittels Bebauungsplan wäre die Anordnung der Straßensperre kein Problem gewesen, weil in diesem Fall der Gemeinde die Planungshoheit zustehe, so Zannoth.

"Autofahrer haben sich daran gewöhnt"

Christel Ellmerer (SPD) sah keine Notwendigkeit, an der Sperrung zu rütteln. Die Gemeinde müsse lediglich die Gründe erklären, warum sie zu diesem Mittel gegriffen habe: Es sei der klare Wille vorhanden gewesen, Gewerbe und Wohnen voneinander zu trennen. Mittlerweile hätten sich die Autofahrer daran auch gewöhnt.

Lediglich Schilder aufzustellen statt zu sperren, das empfand Martina Kreder-Strugalla (Grüne) als zu wenig. Daran würden sich zu wenig Autofahrer halten, begründete sie. Edith Klein-Nöldner erinnerte daran, dass es für die Sperrung rund 900 Unterschriften gegeben habe. "Wir haben jahrelang darum gekämpft", so die Dritte Bürgermeisterin. Michael Dissing (ÜWG-FW) merkte an, dass vor Inbetriebnahme des Aldi-Markts Horrorszenarien prophezeit worden seien. Tatsächlich sei nun bei weitem nicht so viel Verkehr festzustellen wie angenommen. Jimmy Schulz (FDP) zeigte sich als absoluter Gegner von Straßensperrungen, weil diese an anderer Stelle zu mehr Verkehr führten. Der Vorschlag Ellmerers fand am Ende keine Mehrheit - die Pfosten müssen fallen.

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