Mit dem rettenden Defibrillator: (v.l.) Andre Schönherr, Andreas Beutel, Monja Hornung, Florian Schanderl und Michael Meyer haben einen 46-Jährigen wiederbelebt. Foto: Michalek

Nach Herzinfarkt: Feuerwehr rettet Stadtfest-Gast das Leben

Unterschleißheim - Fünf Feuerwehrmänner haben einem Unterschleißheimer das Leben gerettet. Der 46-Jährige war am Samstag auf dem Stadtfest zusammengebrochen - zu seinem Glück ganz in der Nähe der Helfer und der Notrufsäule mit dem Defibrillator.

Florian Schanderl macht gerade eine Pause draußen vor dem Unterschleißheimer Bürgerhaus, als ein Stadtfestbesucher nur wenige Meter von ihm entfernt zusammenbricht. Drinnen im Foyer hat die Projektgruppe „Öffentliche Defibrillatoren in Unterschleißheim“ des BRK, der Feuerwehr und der Stadt einen Infostand aufgebaut. Dort informiert das Team Besucher über den Umgang mit dem „Defi“. Ob purer Zufall oder großes Glück, dass der 46-Jährige gerade vor einem der Retter bewusstlos zusammenbricht: Jedenfalls handelt Florian Schanderl, Unterschleißheimer Feuerwehrmann und Rettungsassistent, umgehend. Er ruft seine Kameraden Michael Meyer, Andreas Beutel, Monja Hornung und André Schönherr zu Hilfe, und die fünf Feuerwehrleute arbeiten routiniert und schnell: Zwei Feuerwehrmänner und ein Arzt, der zufällig vor Ort ist, machen eine Herzdruckmassage, ein weiterer Feuerwehrmann setzt den Notruf ab, der nächste holt den Defibrillator aus der Notrufsäule am Rathausplatz, ein anderer schnappt sich den Notfallrucksack.

Der 46-Jährige habe Kammerflimmern gehabt und sei einmal defibrilliert worden, berichtet Michael Meyer. Auch er ist Rettungsassistent und bei der Feuerwehr zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. Der Mann habe höchstwahrscheinlich einen Herzinfarkt erlitten, sagt Meyer. Beim Eintreffen des Notarztes sei der Unterschleißheimer wieder ansprechbar gewesen. Ein Rettungswagen habe den 46-Jährigen nach München in eine Klinik gebracht. „Als ich mich später nach ihm erkundigt habe, war er immer noch ansprechbar“, sagt der Feuerwehrmann.

Am Infostand hatten Meyer und seine Kollegen der Projektgruppe unter dem Kampagnen-Motto „Beherzt helfen. DEFI-nitiv!“ von 14 bis 18 Uhr erklärt, wie Defibrillator und Herzdruckmassage funktionieren. „Ich sagte gerade zu den Leuten, schauen Sie sich doch mal um, es kann jeden treffen. Und dann war es soweit.“

Es ist das zweite Mal innerhalb von rund zwei Wochen, dass in Unterschleißheim mit einem Defi ein Mann vor dem plötzlichen Herztod gerettet werden konnte. Vor etwa 14 Tagen war ein 38-Jähriger mit dem Gerät aus der Notrufsäule am Hans-Bayer-Stadion Unterschleißheim defibrilliert worden (wir berichteten). „Er hat die Klinik mittlerweile verlassen“, erzählt der Feuerwehrmann.

In der Stadt stehen seit April zwölf Notrufsäulen. Der Umgang mit dem „Defi“ sei nicht schwer, betont Meyer. „Das ist kein Hexenwerk.“ Und jeder könne zum Lebensretter werden: „Es kommt nicht darauf an, wer hilft, sondern, dass schnell geholfen wird.“ hei

Kostenlose Schulungen

Zu Defibrillator und Herzdruckmassage bietet das BRK uns die Feuerwehr Unterschleißheim an. Weitere Infos dazu im Internet unter: www.beherzt-helfen.de

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