Nach der Pflicht soll nun die Kür folgen

- VON UMBERTO SAVIGNANO Unterhaching - Was überwog nun: Erschöpfung oder Erleichterung? Die Art, in der Norbert Kunstek nach dem 118-Minuten-Krimi gegen den VC Markranstädt durch die Halle schlich, ließ auf den ersten Blick nur einen Schluss zu, den das Geständnis des Volleyballers vom TSV Unterhaching zu bestätigen schien: "Mir kam es so vor, dass die Leute müde waren", begründete er, warum sein Team erst durch ein Wechselbad der Gefühle gehen musste, ehe der 3:2-Erfolg und damit das Erreichen der Play offs feststand.<BR>

<P>Dass Kunstek selbst ziemlich am Ende war, obwohl er im ersten Durchgang noch durch Gerrit Zeitler vertreten wurde, bedurfte keiner großen Erklärung. Schließlich hatte der Mittelblocker vor der Partie wegen eines Bänderrisses zwei Wochen pausiert, erst am Spieltag selbst gab es grünes Licht für seinen Einsatz. Und auch seine Nebenleute hatten jedes Recht kaputt zu sein, war es doch das vierte Fünfsatzmatch des TSV innerhalb von 19 Tagen. Nach dem Sieg mischte sich in die abgekämpften Gesichter aber ein Strahlen, das signalisierte: Es war die Erleichterung über das frühzeitig erfüllte Saisonziel, die letztlich überwog.<P>"Es war körperlich schon sehr, sehr hart", schnaufte Zuspieler Joni Markkula zwar, und er gab auch zu, dass der Druck, im Falle einer Niederlage die Play-off-Teilnahme ernsthaft zu gefährden, spürbar gewesen sei: "Am Anfang haben wir noch ein bisschen mit dem Selbstvertrauen gekämpft." Mit dem Einzug in die Play offs, so hofft der Finne, sollte sich dieses Problem aber erledigt haben: "Vielleicht können wir jetzt lockerer spielen."<P>Ein Musterbeispiel an Lockerheit und Selbstvertrauen, auch unter Druck, liefert derzeit Patrick Schwaack. Durch ein einjähriges Gastspiel in Griechenlands Erster Schwaack bricht eine Lanze für Michi Mayer Liga gereift, forderte der Außenangreifer gegen Markranstädt in den entscheidenden Situationen den Ball und machte die Punkte: "Ich hab zum Joni gesagt, er soll zu mir rüber spielen. Vor zwei, drei Jahren hätte ich diese Verantwortung nicht übernommen", so der 24-Jährige, der damit für den, nach seinem Achillessehnenriss in einem Tief steckenden Michael Mayer in die Bresche sprang, für diesen aber auch eine Lanze brach: "Es ist Wahnsinn, wie schnell der Michi nach dieser Verletzung zurückgekommen ist und wie er schon wieder spielt. Er ist Gold wert für uns."<P>Insgesamt sieht Schwaack nach dem Erreichen des ersten und wichtigsten Saisonziels "in der Mannschaft noch viel mehr Potenzial als wir es bisher zeigen." Und Kunstek ahnt auch schon, wie es bis zu den Play offs geweckt werden soll: "Wie ich den Mihai (Trainer Paduretu -d. Red.) kenne, werden wir so trainieren, dass die Gegner vor uns Respekt haben müssen."<P>

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