Schule unter Beobachtung: 60 Einsatzkräfte der Polizei suchen rund um das Werner-Heisenberg-Gymnasium nach einem Bewaffneten. Foto: Mell

Großalarm in Garching

Nach Polizeieinsatz am Gymnasium: Eine Spur Verunsicherung bleibt

Garching - Ein gewisses Unbehagen ist geblieben am Tag danach. Gibt es den bewaffneten Unbekannten wirklich, der am Dienstag für einen Polizeieinsatz rund um das Garchinger Werner-Heisenberg-Gymnasium gesorgt hat? Die Polizei ermittelt. Lehrer, Eltern und Schüler sind zum Alltag übergegangen.

„Licht ins Dunkel bringen“, das ist Ziel der Polizei, im Nachgang zu den Ereignissen am Professor-Angermair-Ring in Garching. Zeugen werden gesucht, die Hinweise geben können auf den angeblichen Unbekannten, der zwar nicht gefunden ist, aber am Dienstag für bange Stunden am Werner-Heisenberg-Gymnasium gesorgt hat. Zugleich seien die Kräfte sensibilisiert, fahre mal eine Streife mehr durch das Wohngebiet rund um das Gymnasium, sagt eine Sprecherin: „Schließlich war das kein alltäglicher Einsatz.“

„Unspektakulär“ sei alles verlaufen, sagt Doris Kusiol, die stellvertretende Schulleiterin. Die Kinder und Jugendlichen seien ruhig geblieben, nachdem sie per Lautsprecherdurchsage dazu angehalten worden waren, in der Pause nicht rauszugehen. Alle Türen des Schulgebäudes seien geschlossen gewesen. Wie immer zur Unterrichtszeit, wenn der Zugang zum Haus nur möglich ist, wenn die Sekretärin per Kamera den Besucher identifiziert und einlässt. In einer Rundmail an die Eltern habe am Nachmittag zudem Direktor Martin Eidenschink darüber informiert, dass keine fremde Person an der Schule aufgetaucht sei. Ein Aufarbeiten der Situation hielt Kusiol gestern nicht für erforderlich. Natürlich stünden der Schulpsychologe und die Schulsozialarbeit jederzeit bereit, wenn Hilfe gebraucht würde.

Bei den Eltern fallen die Reaktionen am Tag danach unterschiedlich aus: Einige sagen, in der Lautsprecherdurchsage sei von einem bewaffneten Mann die Rede gewesen - was bei ihren Kindern für enormes Unbehagen gesorgt habe. Andere erzählen, ihr Nachwuchs habe sie sofort per Handy verständigt, aber nicht aufgeregt gewirkt. Mit einem Gespräch daheim sei die Sache schnell vom Tisch gewesen.

Wie berichtet, hatte am Dienstag um 10.15 Uhr eine Frau (41) die Polizei angerufen. Sie gab an, im Keller ihres Wohnhauses, das gegenüber vom Werner-Heisenberg-Gymnasium steht, habe sie ein Mann angesprochen. Er habe sich nach den Schulen in der Stadt erkundigt und sei bewaffnet gewesen. Voll Sorge bittet die Frau um Hilfe. Doch plötzlich, so teilt die Polizei mit, bricht der Telefonkontakt ab. Die Beamten verfolgen die Nummer zurück, rufen an. Ohne Erfolg. Die Frau meldet sich nicht. Auch eine Streife, die zu ihrer Wohnung gefahren ist, kann nichts erreichen. Die Anruferin öffnet nicht. Daraufhin dringen die Einsatzkräfte in die Wohnung ein. Die 41-Jährige liegt ohnmächtig auf dem Boden Sie kommt ins Krankenhaus, ist erst am Nachmittag vernehmungsfähig.

So lange kann die Polizei nicht warten. 60 Einsatzkräften riegeln das Wohnhaus und die dazugehörige Tiefgarage ab - und versperren auf diese Weise auch einigen Eltern die Zufahrt zur Schule, die ihre Kinder abholen wollen. Eine Mutter fragt daraufhin bei der Schulleitung nach - auf diese Weise erst erfahren, nach eigenen Angaben, Direktor Martin Eidenschink und seine Stellvertreterin Doris Kusiol von dem Geschehen. Per Lautsprecherdurchsage halten sie Lehrer und Schüler an, die Pause nicht im Freien zu verbringen. Stunden später, gegen 14.30 Uhr, dann die Entwarnung: Es gibt keine Hinweise auf einen Bewaffneten, meldet die Polizei. Die Frau, die den Einsatz ausgelöst hat, liegt weiter im Krankenhaus. Nach Polizeiangaben ist ihre Aussage ernst zu nehmen. Ihr Sturz und die Ohnmacht seien Folge einer Kreislaufschwäche gewesen. Und so bleibt die Frage, wo der mysteriöse Mann geblieben ist. bw

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