Abflug: Der Testfahrer schießt von der Strecke in den Teich der Jugendbegegnungsstätte.

Nach Unfall neben Jugendbegegnungsstätte: Teststrecke wird umgebaut

Oberschleißheim - Dass niemand verletzt worden ist, als ein 340-PS-Audi von der Oberschleißheimer Teststrecke geschossen und im Teich der Jugendbegegnungsstätte gelandet ist, grenzt an ein Wunder. Knorr-Bremse und der Landkreis München erhöhen jetzt die Sicherheitsstandards. Damit die Strecke wieder benutzt werden kann.

Oberschleißheim - Knorr-Bremse und der Landkreis München investieren gemeinsam in umfassende Sicherheitsmaßnahmen auf der Fahrzeugteststrecke am Oberschleißheimer Flugplatzgelände. Der Münchener Bremsenhersteller wird rund ein Drittel der Kosten übernehmen, meldet das Landratsamt. Diese belaufen sich voraussichtlich auf rund 950 000 Euro. Knorr-Bremse plant den Umbau selbst und führt diesen auch durch. Voraussichtlich nächste Woche beginnen die Arbeiten.

Nach dem Autounfall eines Testfahrers der SGS TÜV GmbH, die im August 2011 die Fahrzeugteststrecke in Oberschleißheim von Knorr-Bremse angemietet hatte, wurde die Strecke aus Sicherheitsgründen vorübergehend stillgelegt. Der 33-jährige am Steuer hatte am 3. August 2011 wegen eines Fahrfehlers die Kontrolle über seinen roten Audi RS 3 verloren; bei 140 bis 180 Stundenkilometern. Der Audi driftete nach links und durchbrach den Maschendrahtzaun und den Holzzaun, die das Grundstück der „Internationalen Jugendbegegnungsstätte am Tower“ abgrenzen. Der Wagen schoss in hohem Bogen über den Rasen und blieb am Teich eines Biotops liegen.

Diesen Teich nutzten damals Kinder und Jugendliche der Begegnungstätte gerne zum Baden. Zum Glück waren am Unfalltag alle in der Nähe in einem Zeltlager. Auch der Testfahrer blieb unverletzt. Zurück blieb ein Schaden von 120 000 Euro. Und zerstörtes Vertrauen. Das Landratsamt ließ die Strecke sperren. Dass Teststrecke und Jugendbegegnungsstätte viel zu nahe beieinander liegen, hatten alle Beteiligten nach eigenen Angaben schon immer gewusst und kritisch hinterfragt.

Knorr-Bremse, Betreiber der Teststrecke, und der Landkreis München, Eigentümer des Grundstücks der Jugendbegegnungsstätte, wollen gut drei Jahre später gemeinsam umfangreiche Umbaumaßnahmen durchführen. „Um insbesondere die Sicherheit der Gäste und Mitarbeiter der Jugendeinrichtung zu verbessern“, sagt eine Sprecherin des Landratsamtes. Gleichzeitig werde Knorr-Bremse die Strecke zukünftig auch wieder für eigene Produkttests rund um Fahrzeugbremsen in Lkw, Bussen und landwirtschaftlichen Fahrzeugen nutzen können, die für die Sicherheit der Menschen im Straßenverkehr von großer Bedeutung sind. Im Jahr 1982 hatte Knorr-Bremse das rund zwei Hektar große Areal eben für diese Zwecke von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben angemietet. Südwestlich der Teststrecke wurde im Jahr 2010 die „Jugendbegegnungsstätte am Tower“ eröffnet. Im Rahmen der Umbaumaßnahmen werden nun die Wendeschleife nach Osten und der Westteil der Teststrecke, der der Jugendbegegnungsstätte am nächsten liegt, Richtung Norden verlagert und so umgebaut, dass Fahrzeuge im Testbetrieb nicht mehr auf die Jugendeinrichtung zufahren. Die aufzulösenden Teilflächen der Teststrecke werden vollständig renaturiert.

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