Nach Unwetter auf dem Hausdach angeln?

- Aying will sich gegen Hochwasserschäden wappnen

VON WOLFGANG ROTZSCHE Aying - Wie schnell es zu Hochwasser kommen kann, hat der südöstliche Landkreis München im Sommer 2002 erleben müssen. Auch Aying blieb damals nicht von Unwettern verschont. Bürgermeister Hans Eichler (PWH) teilte dem Gemeinderat nun mit, dass sich die Schäden im Gemeindegebiet auf 83 757 Euro beliefen.

Von diesem Betrag waren 76 700 Euro bezuschussungsfähig. Davon wiederum wurden inzwischen 71,6 Prozent ausgeglichen. Weil in Zukunft mit weiteren Unwettern zu rechnen ist, hat der Gemeinderat vor, eine Änderung des Flächennutzungsplanes vorzunehmen. Diese Änderung und der entsprechende Bebauungsplan zur Darstellung der Flächen, die für Hochwasserschutz und zur Regelung des Wasserabflusses freizuhalten sind, wird nun den Trägern öffentlicher Belange vorgelegt.

Hauptaugenmerk ist das Gebiet nördlich von Aying zwischen Ortsrand und Biersee. Hier wird sich bei Unwettern unweit der Unteren Dorfstraße eine große Menge Wasser ansammeln. Der verrohrte Dorfbach wird keinHochwasser auffangen können. Nördlich der Straße würde eine gewaltige Fläche, die derzeit landwirtschaftlich genutzt wird, überschwemmt werden.

Der Gemeinderat legt in dem Verfahren den Ist-Zustand zugrunde. Das heißt: Die vermutete Fläche, die überschwemmt werden könnte, würde von jeglicher Bebauung freigehalten. Natürlich gäbe es Möglichkeiten, um dem Wasser seine Bahnen aufzuzeigen. Angedacht ist beispielsweise ein Graben von 1,3 Meter Tiefe und einer Breite von 5,5 Metern. Dieser könnte die möglichen Wassermassen - angesetzt sind 3,2 Kubikmeter pro Sekunde - fassen.

Zwei Häuser in der Wasserschneise

Auslöser für diese Planung der Gemeinde war ein Bauantrag: Zwei mögliche Häuser würden genau in der Schneise liegen. Denkbar ist, dass diese errichtet werden, wenn entsprechende Hochwasserschutzmaßnahmen geplant werden. An den Häusern würde das mögliche Hochwasser vorbeiziehen - eine Tatsache, die im Gemeinderat zu Gedanken beflügelte, dass dann geangelt werden könnte oder die Häuser sich auf einer Insel befänden.

Allzu viele Vorgaben sind vorerst nicht geplant, da erst abgewartet werden soll, welches Urteil die Fachbehörden dazu abgeben. Auch die Anwohner und Betroffenen bekommen ausreichend Gelegenheit, Stellung nehmen. Nun sei der Bürger gefragt, meinte Eichler. Für den Rathauschef ist auch klar, dass bauliche Maßnahmen aufgrund der prekären Finanzsituation in nächster Zeit nicht umgesetzt werden können. Wichtig sei es jetzt, gemeinsam Lösungen zu finden.

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