Feierten den Erfolg der Geothermiebohrungen: (v.l.) technischer Geschäftsführer Michael Kaelcke, Landtagsabgeordnete Kerstin Schreyer-Stäblein, Bürgermeister Jürgen Westenthanner, kaufmännischer Geschäftsführer Stefan Eisenmann, Staatssekretärin Katja Hessel, Landrätin Johanna Rumschöttel, Landtagsabgeordneter Tobias Thalhammer und Projektleiter Ralph Baasch. Foto: Robert Brouczek

Nach zehn Jahren sind sämtliche Bohrarbeiten abgeschlossen

Pullach - Mit einem großen Fest am Bohrplatz der dritten Bohrung an der B 11 in Pullach beendete die Gemeinde die zehn Jahre andauernden Bohrarbeiten für das Projekt „Geothermie Pullach“.

Erst im Januar hatte die dritte Bohrung „Thermal 3“ (Th3) an der Wolfratshauserstraße begonnen - bereits vier Monate später, am 5. April, konnte die erfolgreiche Fertigstellung vermeldet werden.

Unter den zahlreichen Festgästen fanden sich neben Pullachs Bürgermeister Jürgen Wesenthanner und Projektleiter Ralph Baasch auch die Bayerische Staatssekretärin für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, Katja Hessel: Zusammen mit den schon seit 2005 bestehenden Bohrungen in der Hans-Keisstraße, so Hessel, könne mit der dritten Bohrung genug Energie gewonnen werden, um den größten Teil der Gemeinde langfristig sicher, umweltfreundlich und preislich kalkulierbar mit Energie zu Versorgen: „Sie in Pullach haben die Chancen der Geothermie frühzeitig erkannt und als eine der ersten Gemeinden im Raum München die Initiative ergriffen“, lobte die Staatssekretärin bei der Abschlussfeier die Kommune. Sie betonte zudem die Vorteile der Erdwärme, etwa die hohe Versorgungssicherheit und die Unabhängigkeit von Energieimporten. Und das Wichtigste: „Geothermie ist zu 100 Prozent CO2-frei und damit eine Energiequelle, die hervorragend zum Klimaschutz beiträgt“, betonte Hessel.

Auch Westenthanner ist von dem Erfolg der Geothermie überzeugt: „Mit den Bohrungen im Jahr 2001 waren wir unserer Zeit weit voraus - noch lange vor aktuellen Debatten um den Atomausstieg“, sagte der Bürgermeister den zahlreichen Festgästen. Ziel sei es, mittelfristig zwei Drittel aller Pullacher Haushalte an die Fernwärme anzuschließen.

Projektleiter Baasch klärte vor allem über die Notwendigkeit einer dritten Bohrung auf: „Zeigte man anfangs noch eine gewisse Skepsis gegenüber dieser vergleichsweise neuen regenerativen Energieform, haben in den vergangenen Jahren viele Bürger Pullachs ihre persönliche Energiewende zur Geothermie beschlossen.“ Es sei daher von Nöten gewesen, eine Erweiterung der bestehenden Erdwärme-Anlage vorzunehmen.

Vollständig beendet sind die Arbeiten an der Anlage aber noch nicht: Um die drei Bohrungen zu einer funktionsfähigen Anlage zu vereinen, muss in den nächsten Monaten eine Verbindungsleitung - hauptsächlich entlang der B 11 - verlegt werden.

Jessica Sadeler

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