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Vor der eigens renovierten, neuen Hütte: Die Burschen Thomas Konstantin und Sebastian Praml mit Ehrenbursch Florian Brunsch.

Nach zwei Jahren Arbeit weihen die Straßlacher ihre neue Hütte ein

Burschenglück im Schrebergarten

Zwei Jahre lang haben die Straßlacher Burschen geackert und geschuftet, um ihre eigene Hütte aufzubauen. Jetzt sind sie endlich fertig geworden – und sind richtig stolz auf ihre Arbeit.

VON SEBASTIAN SCHUCH

Straßlach – Die rund 50 Quadratmeter große Hütte am Kreuzweg strahlt förmlich. Als wüsste sie, dass sie für den Burschenverein etwas ganz Besonderes ist. Drumherum liegen eine Kiesterrasse und ein gepflegter Garten. Doch das wahre Prunkstück der Burschenhütte wartet drinnen. Eine Bar, ein Aufenthaltsraum mit Sitzbänken, ein Raum zum Karteln und ein Lagerraum. Dass hier vor zwei Jahren noch eine abrissreife Hütte in einem verwucherten Grundstück stand, mag man nicht meinen. So schön haben Burschen ihre eigene Bleibe hergerichtet.

Doch bis es soweit war, mussten sie sich gedulden: Schon vor einigen Jahren ist der Burschenverein das erste Mal an Bürgermeister Hans Sienerth (parteifrei) herangetreten, um nach einer eigenen Bleibe zu fragen. Zwar hat ihnen die Gemeinde bis dahin einen Raum zur Verfügung gestellt, doch die zehn Quadratmeter waren für 25 Burschen einfach zu klein. Einen ersten Vorschlag des Burschenvereins, die Gemeinde könne ein Grundstück beim alten Gewerbegebiet pachten, lehnte Sienerth noch ab. Doch der Bürgermeister hatte eine Idee: Ein 1400 Quadratmeter großes Schrebergartengrundstück am Kreuzweg, das er ursprünglich als möglichen Standort für eine Asylbewerber-Unterkunft gekauft hatte.

Balken für Balken ausgetauscht

Dort stand bereits eine „uralte Hütte“, berichtet der Burschenvorsitzende Sebastian Praml. „Mit der Brotzeit von vor zehn Jahren auf dem Tisch“, ergänzt Sienerth schmunzelnd. Und bevor Hütte und Grundstück noch weiter verwuchern, beschloss die Gemeinde, den Burschen das Grundstück zur Verfügung zu stellen. Zumindest, wenn sie die Hütte nicht komplett abreißen. „Wir haben quasi Balken für Balken ausgetauscht“, sagt Praml.

Zwei Jahre lang trafen sich die Burschen fast jeden Samstag und werkelten an der Hütte. „32 Liter Schweiß sind geflossen, 4 Tränen sind gelaufen, 17 Schürfwunden sind aufgerissen worden, 240 Mücken hat unsere Anwesenheit gefreut und 140 Kilo Steak wurde verdrückt“, sagt Praml mit einem Augenzwinkern. Rund 7500 Arbeitsstunden seien zusammengekommen, auch mit der Unterstützung von Florian Brunsch. Insgesamt 12 800 Euro investierte der Verein in seine Burschenhütte, 7000 davon als Gemeindezuschuss.

Ergebnis mit Fest gefeiert

Das Ergebnis feierte der Burschenverein mit einem Fest. Obwohl es etwas länger ging, habe es kein Problem mit den Nachbarn gegeben. Auch Bürgermeister Sienerth berichtet von einem sehr positiven Feedback. „Die Burschen und die Nachbarn unterstützen sich. Sie dürfen da ab und zu feiern.“ Und Sebastian Praml ist einfach nur „unfassbar stolz“ auf seine 25 Burschen.

Vielleicht dürfen sich auch die Dinghartinger Burschen bald über eine eigene Bleibe freuen – zumindest steht das beim Bürgermeister auf dem Zettel. Allerdings nur, wenn sie sich wie die Straßlacher Burschen entsprechend einbringen und auf die Gemeinde zukommen.

Ehrung

Eine besondere Ehre für Florian Brunsch. Der Burschenverein Straßlach ernannte den Unternehmer mit einer eigenen Straßenbaufirma zum Ehrenburschen. Der 50-Jährige erhält die höchste Auszeichnung eines Burschenvereins, obwohl er nie aktiv im Verein gewesen ist. Doch er habe den Verein, seit er vor rund zehn Jahren nach Straßlach gezogen sei, immer im größten Maße unterstützt, berichtet der Vorsitzende Sebastian Praml. So auch beim Hüttenbau. „Er hat gesagt, wir können uns nehmen, was wir wollen und ihm einfach Bescheid sagen. Wir haben auch viele Maschinen gebraucht“, sagt Praml. Brunschs Unterstützung und Know-How hätten es dem Verein deutlich einfacher gemacht, die Hütte, aber auch den Außenbereich, herzurichten. Deshalb ernannte Burschenvereinsvorsitzender Sebastian Praml ihn nun zum „ersten und vermutlich auch letzten“ Ehrenburschen, der nie aktiv im Verein gewesen ist.

Lesen sie auch: Erleichterung bei Betreiber: Es gibt einen neuen Pächter für die Tölzer Hütte

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