Drei Tage Trubel: Rund 10 000 Besucher sind zum deutsch-französischen Freundschaftsfest nach Pullach gekommen. Damit auf dem Kirchplatz alles besenrein war, mussten die Organisatoren nachts anpacken. Foto: Robert Brouczek

Nachtschichten fürs Organisations-Team des Freundschaftsfests

Pullach - Kalorienstarke Leckereien haben für das ein oder andere Zusatzpfund im Hüftbereich gesorgt, aber die Organisatoren des deutsch-französischen Freundschaftsfests in Pullach haben trotz aller Verlockungen sogar abgenommen.

„Mindestens drei Kilo Körpergewicht hat mich das Freundschaftsfest gekostet“, lacht Andreas Most, der Vorsitzende des Vereins Pullach Aktiv. So mancher der geschätzten 10 000 Besucher des dreitägigen feststellen müssen. Zu verlockend war das kulinarische Angebot, mit dem die meisten der 29 aufgebauten Stände rund um den Pullacher Kirchplatz aufwarteten.

Bei subtropischen Temperaturen feierten die Pullacher vom Freitag bis zum späten Sonntagabend auf der Festmeile, in die sich die Straßen um den Kirchplatz verwandelt hatten, und drängten sich vor der Bühne, auf der ein vielseitiges Programm lief. Nach dem Auftakt mit dem Einmarsch der Pullacher Blasmusik ging es ohne Pause Schlag auf Schlag. In den Abendstunden heizten Eberhard Wilhelms Magic Buzz mit heißem Rock am Freitag, Richie & The Elevators mit Pop am Samstag und zum Abschluss am Sonntag Greenhouse mit Klassik-Rock ein.

Aus der französischen Partnerstadt Pauillac/Médoc in der Nähe von Bordeaux unterhielten Musikgruppen mit Chor- und Volksmusik, ein Puppenspieler, und am Sonntag traten die 28 Gastkinder aus der Pullacher Partnerstadt Baryschiwka in der Ukraine in ihren farbenprächtigen Trachten auf, zeigten Volkstänze und sangen Volkslieder ihrer Heimat.

„Für zwei Wochen sind die Kinder bei uns. Sie wurden nach dem Super-Gau des Atomkraftwerks Tschernobyl umgesiedelt, sind fast alle Waisen“, berichtet Most. Zwischendurch lud der Verein zum Mitmachen ein beim Gaudiwettkampf „Parcours Pullaris“. Eine Schubkarre mit 20 Litern Wasser als Inhalt musste um das Festgelände gefahren und dabei Hindernisse wie eine Wippschaukel überwunden werden. Sieger war die Mannschaft, die am wenigsten Wasser verschüttete. Den französischen Gästen gelang das am überzeugendsten.

Verantwortlich für das abwechslungsreiche Programm war Walther Werner. „Bereits im Januar starten die Vorbereitungen, nehmen wir den Kontakt mit den einzelnen Gruppen auf“, berichtet er. So richtig heiß wird es jedoch für das 20 Mann und Fraustarke Team während des Festes. „Da heißt es anpacken, Stände und Biertischgarnituren aufbauen und jeweils um Mitternacht wieder bei Seite stellen, damit das Gelände gereinigt werden kann. Jeder Tag soll besenrein beginnen“, meint Most. Das bedeutet: Drei Tage lang ist vor vier Uhr nicht an Schlaf zu denken, morgens um neun Uhr sind die Helfer wieder auf dem Platz.

„Aber es macht Spaß, vor allem, weil das Freundschaftsfest in jedem Jahr mehr Besucher lockt“, so Most. Das war nicht immer so. Harold Voit, Gründungsmitglied des Vereins, zwölf Jahre lang Vorsitzender und jetzt Ehrenvorsitzender, erinnert sich: „Als wir vor 19 Jahren mit dem Fest starteten, hieß es: Wofür brauchen wir das?“

Das ist längst keine Frage mehr. Inzwischen ist daraus ein Dorffest geworden, das größte in der Isargemeinde, das auch zahlreiche Besucher aus der nahen Landeshauptstadt und den umliegenden Gemeinden lockt. „Und trotzdem ist es familiär geblieben, ein Ereignis für alle Altersgruppen. So soll es auch bleiben“, meint Voit.

Siggi Niegergesäß

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