Zum Zuschauen verdammt: Wegen Befangenheit darf Unterföhrings Bürgermeister Franz Schwarz (vorne r.) nicht mit abstimmen, wie auch Michael Sedlmair aus Ismaning. Wer gefehlt hat im Kreistag und warum – das wird sicher noch debattiert werden.

Nackenschlag für Unterföhring: Ismaning bekommt Gymnasium

Unterföhring - Dramatischer geht’s nicht: Mit hauchdünner mehrheit hat der Kreistag für Ismaning als Standortgemeinde des geplanten neuen Gymnasium - und damit gegen Unterföhring -votiert.

Laut Beschluss sollen jedoch „umgehend“ alle Anstrengungen für die Genehmigung einer zweiten Schule in Unterföhring unternommen werden.

Überwogen lokale Präferenzen vor Kreisinteressen? In einem an Dramatik kaum zu überbietenden Abstimmungsverfahren hat der Kreistag jetzt das mit Spannung erwartete Votum gefällt: Den Zuschlag für ein Gymnasium im nordöstlichen Landkreis bekommt Ismaning.

Unterföhring ist damit aus vorläufig aus dem Rennen. Dies allerdings denkbar knapp: Mit 30: 29 Stimmen ging der Zuschlag an die nördliche der beiden Gemeinden. Alle Fraktionen betonten jedoch mehrfach, dass sie das bereits im Kreisausschuss zustande gekommene Votum (wir berichteten) als ein unvollständiges betrachten: Der nördliche Landkreis werde eine zweite Schule bekommen, gaben sich alle überzeugt.

Bei der anstehenden Entscheidung handle es sich ausschließlich um die „Reihenfolge der Realisierung“, wie es auch im Beschluss festgehalten ist. „Wir halten beide Standorte für hervorragend, und beide werden ein Gymnasium bekommen“, sagte der Stellvertretende Landrat Christoph Göbel (CSU) in fast beschwörendem Ton.

Die Worte täuschten indes nicht darüber hinweg, dass es sich aus Sicht der beiden Gemeinden – vorläufig zumindest – durchaus um eine Art Schicksalsfrage handelt: Beide Seiten hatten mit Gemeinderäten und Verwaltungsangestellten mobil gemacht, die im Publikum saßen und die Redebeiträge für die jeweils eigene Position mit kräftigem Applaus stützten.

Ein Votum, das derart knapp zustande kommt, wirft die Frage nach den Kräfteverhältnissen und Gemeindezugehörigkeiten im Vollgremium auf. So stimmten zwei SPD-Kreisrätinnen aus Ismaning für ihre Heimatgemeinde – dem Appell des Fraktionssprechers Dietrich Heyne zum Trotz, der in seiner Erklärung für Unterföhring geworben hatte.

Garchings Bürgermeisterin Hannelore Gabor (CSU) wiederum gab Unterföhring ihr Votum und scherte damit als einzige aus dem Kreis ihrer Fraktion aus. So befürchtet Garching, dass eine höhere Schule im unmittelbar angrenzenden Ismaning Kinder und Jugendliche aus dem eigenen geplanten Gymnasium abziehen werde.

Schmerzlich bemerkbar machte sich für Unterföhring das Fehlen von Kommunalpolitikern: Sowohl die FDF als auch die Grünen waren im 70-köpfigen Vollgremium nicht vollständig vertreten. Die abwesenden Kreisräte hätten sich vermutlich dem Votum ihrer Fraktionen angeschlossen und damit das Blatt zugunsten der Mediengemeinde wenden können. Gewichtig auch: Ismaning ist mit fünf Kreisräten, Unterföhring hingegen nur mit einem vertreten. Wegen Befangenheit durften deren Bürgermeister Michael Sedlmair (FWG) und Franz Schwarz (SPD) nicht mitstimmen. Landrätin Johanna Rumschöttel (SPD) gab Unterföhring ihre Stimme.

Rafael Sala

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