Schön bunt, aber nicht fertig: Unendliche Pannenserie am Katalysezentrum auf dem Forschungscampus. Foto: Förtsch/Archiv

Nächste Panne: Firmenpleite verzögert Fertigstellung des teuren Katalysezentrums

Garching - In der unendlichen Pannen-Story des Katalysezentrums der TU München auf dem Forschungscampus in Garching gibt es ein neues Kapitel. Durch die Insolvenz eines Unternehmens wird das Institut noch später fertig und noch teurer.

Wie der Bauherr, das Staatliche Bauamt, im vergangenen Herbst mitgeteilt hat, müssen nahezu sämtliche Fenster des Katalysezentrums wegen eines Defekts ausgetauscht werden. Diese Arbeiten sollten eigentlich in den nächsten Wochen abgeschlossen sein - doch daraus wird nichts. Denn wie das Staatliche Baumamt nun gegenüber dem Münchner Merkur bestätigt, hat die zuständige Fassadenfirma zwischenzeitlich Insolvenz angemeldet. Die Folge: Noch ist kein einziges neues Fenster eingesetzt; voraussichtlich wird es bis zum Sommer dauern, ehe der Austausch abgeschlossen ist.

„Wir sind gerade in den Verhandlungen mit einer Firma, die den Auftrag übernehmen soll“, sagt Gero Hoffmann, Baudirektor des Staatlichen Bauamts München II. Noch in dieser Woche soll ein Abschluss erzielt werden, sodass der neue Betrieb voraussichtlich Ende März mit dem Einbau der ersten Fenster beginnen kann. Der Haken: Bislang ist nur ein Teil der Fenster produziert worden. Bis der Glashersteller aus Österreich die ersten Chargen der restlichen Fenster liefern kann, werden noch mal acht Wochen ins Land gehen, sagt Hoffmann.

Verantwortlich für den groß angelegten Fenster-Wechsel war ein Defekt an den Jalousien, die in den Scheiben eingebaut sind. Die Kosten für den Austausch belaufen sich auf rund 800 000 Euro. Diese Summe wollte das Bauamt der verantwortlichen Firma in Rechnung stellen. Doch nach deren Insolvenz stehen die Erfolgsaussichten schlecht. „Wir versuchen, dass wir zumindest etwas von dem Geld wiedersehen“, sagt Hoffmann. „Das Thema beschäftigt gerade unsere Juristen.“

Die Fenster-Panne ist nicht der erste Rückschlag für das 57 Millionen Euro teure Gebäude, das eigentlich Ende 2012 bezugsfertig sein sollte. Bereits zuvor musste nach Baufehlern der Estrich in sämtlichen Fluren wieder herausgerissen und neu verlegt werden. Dazu führte eine defekte Entsalzungsanlage zu einem Wasserschaden.

Für die TU München sind die ständigen Verzögerungen folgenschwer - nicht zuletzt, wegen des akuten Raummangels. „Das Katalysezentrum ist zwar inzwischen an uns übergeben worden, aber die TU ist dort noch nicht eingezogen“, sagt Pressesprecher Ulrich Marsch. „Wir gehen davon aus, dass das Gebäude für uns nicht vor Ende Sommer nutzbar sein wird.“ Von dem Neubau sollen vor allem Chemiker und Physiker profitieren. Das Gebäude hat rund 6000 Quadratmeter Laborfläche für gut 320 Mitarbeiter. ps

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