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Passanten unerwünscht, zumindest aus Sicht einzelner Anwohner – andere sind stinksauer darüber, dass dieses Schild im Falkenweg aufgestellt wurde.

Falkenweg in Unterhaching

Nächste Runde im Schilderstreit

  • Martin Becker
    VonMartin Becker
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Der Schilderstreit um eine Durchgangssperre am Falkenweg in Unterhaching geht weiter.

Unterhaching - Die ursprüngliche, im Tonfall fast unverschämte und baulich sehr wackelige Konstruktion (wir berichteten) ist nun ersetzt worden: durch ein stabiles Schild, in 1,90 Metern Höhe montierte und mit am Boden einzementierter Metallstange. Inhaltlich ist die Wortwahl weniger aggressiv, aber immer noch deutlich: „Privatgrundstück – kein öffentlicher Durchgang – Benutzung nur für Berechtigte“ heißt es für das etwa 100 Meter lange Teilstück des Falkenwegs. Radfahrer und Fußgänger – sofern nicht Anwohner – sind hier also unerwünscht? Dies suggeriert das Schild, das dem Vernehmen nach zwei Anliegerparteien aufgestellt haben – ohne Ab- und Rücksprache mit den anderen. Genau das ist möglicherweise ein rechtlicher Knackpunkt. „Es handelt sich bei dieser Wegpassage um einen privaten Eigentümerweg“, erläutert Rathaussprecher Simon Hötzl. Unter Umständen sei es daher „legitim“, ein Durchgangsverbotsschild aufzustellen: „Man kann den Privatweg so ausschildern – wenn die Eigentümergemeinschaft sich einig ist.“ Genau das ist aber nicht der Fall, viele andere Nachbarn sind sogar stinksauer. Immerhin war dieser Teil des Falkenwegs über 40 Jahre lang immer uneingeschränkt passierbar. Und nun nicht mehr? „Theoretisch“, sagt Hötzl, „haben die Eigentümer einen Unterlassungsanspruch.“ Doch ob die Regelung umsetzbar ist? Was ist, wenn einzelne Anwohner wildfremden Passanten den Durchgang erlauben, und sei es, um die Blumen im Vorgarten zu bewundern? Liegen die Schilderaufsteller hinter der Gardine auf der Lauer? Eins steht fest: Die nachbarschaftliche Harmonie in jener Ecke von Unterhaching ist nun gestört.

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