Eine Erfolgsgeschichte: Der Vorsitzende des Heideflächenvereins, Josef Riemensberger, lässt zum Jubiläum die Geschichte des Vereins Revue passieren. Foto: Bauer

Naturschutz im großen Stil

Landkreis - Die Geschichte des Heideflächenvereins ist eng verknüpft mit der Historie der Nordallianz. Einst schlossen sich Gemeinden aus den Landkreisen München und Freising zusammen, um Negativeinrichtungen wie Müllverbrennungs-Anlagen abzuwehren. Bei der Gründung wagte niemand davon zu träumen, dass der Verein in diesem Jahr, zum 25-jährigen Bestehen, Besitzer von 800 Hektar heimischer Natur ist.

Wichtige Wurzeln hat der Verein in Eching, wo 1990 die Gründung erfolgte. Die Echinger Bürgermeister Joachim Enßlin (1990 bis 1992) und Rolf Lösch (1992 bis 1998) hatten in den Anfangsjahren den Vorsitz, bevor die Ära des Unterschleißheimer Altbürgermeisters Rolf Zeitler (1998 bis 2013) kam. Nach dessen Abschied in den Ruhestand übernahm der Echinger Josef Riemensberger als dienstältester Bürgermeister der Region.

Er blickte bei der Jubiläumsfeier im Heidehaus zurück auf die Anfangsjahre, als zwischen Garching, Ober- und Unterschleißheim sowie Eching eine Erweiterung der Truppenübungsplätze der Bundeswehr verhindert werden sollte. Mit einem gemeinsamen Bebauungsplan versuchten Garching, Oberschleißheim und Eching das 600 Hektar umfassende Naturgebiet zu sichern. Heute ist der Heideflächenverein ein mittleres Unternehmen - und vor allem ein Großgrundbesitzer. Rund 800 Hektar heimischer Natur sind mittlerweile im Besitz des Vereins, der als Mitglieder neben den Landkreisen München und Freising auch die Kommunen Garching, Unterschleißheim, Oberschleißheim, Eching, Neufahrn und München hat.

Gerade der Beitritt der Landeshauptstadt München wird als Meilenstein betrachtet. Mit dem Bürgermeister Josef Schmid entsendete München zu der Jubiläumsfeier einen hochkarätigen Vertreter. Er betonte, dass den Münchnern diese Zusammenarbeit von Stadt und Umland sehr wichtig sei und erinnerte sich am Fuße des Naturparadieses Fröttmaninger Heide daran, „wie ich 1990 im Wehrdienst über die Panzerwiese gerobbt bin“. Annette Ganssmüller-Maluche ist nirgends gerobbt. Die stellvertretende Landrätin des Landkreises München erinnert sich aber noch daran, als der Heideflächenverein die ehemaligen Übungsflächen der Bundeswehr zwischen München, Garching und Oberschleißheim kaufte. Die Schätze der Natur waren damals für sie nur zu erahnen: „Ich sah nur platt gedrückte Erde und kein Pflänzchen, während um mich herum die Fachleute vor Begeisterung hüpften.“

Am heutigen Münchner Nordrand, wenige Meter vom U-Bahnhof Fröttmaning entfernt, hat der Verein mit Fördergeldern des Konjunkturpaketes II das Heidehaus gebaut, in dem tausende Menschen jedes Jahr viel über die Besonderheiten der heimischen Tier- und Pflanzenwelt lernen. Der Kreis zur einstigen Abwehr negativer Einrichtungen schließt sich mit der Erinnerung, dass am Standort des heutigen Heidehauses mit seinem Naturlehrpfad früher einmal ein weiterer Münchner Müllberg geplant war. Die aus dieser Abwehr entstandene Erfolgsgeschichte ist somit sehr ähnlich zur Entwicklung der Nordallianz.

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