Zu 4,5 Jahren Haft verurteilt

Neubibergerin veruntreut Firmengelder

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Neubiberg - Sie hat ihren Arbeitgeber über vier Jahre lang um mehr als 500 000 Euro betrogen, jetzt muss Anja S. (49) aus Neubiberg für viereinhalb Jahre in den Knast. Vor Gericht gestand die Angeklagte unter Tränen. „Ich hatte Angst, mit meinen Kindern auf der Straße zu landen.“

Die Verurteilte war von Dezember 2010 bis April 2015 bei der Euro Link GmbH angestellt, die ihren Sitz am Münchner Flughafen hat. Die Bürokraft sollte offene Rechnungen an die Geschäftspartner der Firma begleichen, heißt Überweisungen durchführen. Ihr Arbeitgeber hatte Anja S. dafür eine Kontovollmacht eingeräumt. Im Oktober 2011 fing die Verurteilte an, sich Firmengeld auf ein eigene Konto zu überweisen. „Ich konnte meine Miete nicht mehr zahlen“, erzählt S. Es ging los mit einer Summe von 1187,63 Euro. Die TAN Nummern ließ sie sich direkt auf ihr eigenes Handy senden. Bis Oktober 2012 kamen so über 95 000 Euro zusammen. 

„Es tut mir unendlich leid, dass ich so viele Menschen enttäuscht habe“. Sie habe sich von ihrem Mann getrennt, sei allein mit zwei Kindern gewesen. Es habe finanzielle Schwierigkeiten gegeben. „Deshalb war ich 2010 so froh, dass ich aus meinem finanziellen Fiasko rauskam.“ Froh, dass sei eine neue Arbeit hatte. Dass sie wegen Betrugs vorbestraft war verschwieg sie ihrem neuen Arbeitgeber. Die Sache mit den Überweisungen auf ihr eigenes Konto habe sich einfach so entwickelt, sagt Anja S. Im Mai 2012 zapft sie ein zweites Firmenkonto an. Bis 2015 kommen nocheinmal fast 450 000 Euro zusammen.

 Sie ging dabei so vor: S. Beglich die Rechnungen, dann heftete sie die Rechnungen ab, später kamen die Kontoauszüge dazu. Später überwies S. dann den gleichen Betrag noch einmal – und zwar auf ihr eigenen Konto. S. Stellte die Rechnungen schließlich zwei Mal in die Buchführung ein, so dass nach doppelter Zahlung der Saldo wieder bei Null lag. Wofür sie das viele Geld ausgab, wurde gestern nicht klar. Ein Ermittler sagte, dass sie zumindest keinen Ferrari gefahren habe. Über vier Jahre kam sie damit durch, dann flog sie auf. Jetzt ist sie wegen Untreue verurteilt.

Tobias Scharnagl

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