Glassplitter und Beleidigungen: Abistreich eskaliert

Neubiberg - Beleidigungen und Verwüstungen: Der Abistreich am Gymnasium Neubiberg endete im Chaos. Und wurde abgesagt – zum ersten Mal seit 40 Jahren.

Grund für den Abbruch durch Schulleiter Reinhard Rolvering (54) war das Fehlverhalten einer kleinen Gruppe von Abiturienten. Sie sperrten laut Rolvering nicht nur die Schule und den Parkplatz ab, sondern betraten auch unerlaubt das Lehrerzimmer. Dort beschmierten sie unter anderem eine Tafel mit Beleidigungen gegen Lehrer und legten Glassplitter auf die Stühle. Sie verwüsteten die Fächer der Lehrer, brachten Akten durcheinander und sahen diese auch durch. Das waren nicht nur Schulakten, sondern auch persönliche Sachen der Lehrer. 

Damit war für den Schulleiter eine Grenze überschritten. „Das war für mich das Schlimmste. Schon allein datenschutztechnisch. Für die Schüler ist das Lehrerzimmer tabu“, erklärt Rolvering. Dieses „pubertäre Verhalten“ war für den Schulleiter der Auslöser, den Abistreich abzubrechen. 

Besprochen waren Spiele mit den jüngeren Schülern

Im Vorhinein hatten die Abiturienten mit dem Direktor besprochen, dass sie in der dritten und vierten Stunde auf dem Sportplatz mit den jüngeren Schülern Spiele machen dürften. Nach der Verwüstungsaktion sah sich Rolvering allerdings gezwungen, diesen Teil abzusagen. „Ein paar Schüler kamen dann zu mir und haben sich für das Verhalten ihrer Mitschüler entschuldigt. Die wollten dann noch in der vierten Stunde ihre Spiele mit den jüngeren Schülern machen, was sie dann auch durften“, berichtet Rolvering. Die Spuren der Verwüstung beseitigten ebenfalls die restlichen Abiturienten – allerdings nicht die eigentlichen Verantwortlichen. 

Konsequenzen für zukünftige Abistreiche wird es keine geben. „Wir haben das bis jetzt eigentlich immer so gemacht, dass wir den Streich vorher mit den Schülern abgesprochen haben. Die wussten dann auch, dass einige Sachen einfach nicht erlaubt sind. Ich glaube, das ist der richtige Weg, und so werden wir das auch weiterhin machen. Es ist halt schade, dass dieses Mal einiges aus dem Ruder gelaufen ist“, bedauert Rolvering. Vielleicht wird die Schule den Zeitpunkt des Abistreichs ändern. Er soll dann noch vor der Zeugnisvergabe stattfinden. Die Idee muss allerdings noch schulintern besprochen werden. 

"Das war wirklich ein sehr toller Jahrgang"

Sehr wichtig ist dem Direktor, dass nur eine Handvoll Schüler für das Chaos verantwortlich ist. „Das war wirklich ein sehr toller Jahrgang, die Schüler haben viel für die Schule gemacht, und für viele würde ich auch meine Hand ins Feuer legen. Ich möchte wirklich nicht, dass jetzt alle Abiturienten mit den paar Verantwortlichen in einen Topf geworfen werden.“ Neu ist das Thema für Rolvering nur an seiner eigenen Schule. Von Kollegen aus anderen Schulen habe er leider schon ähnliche Geschichten gehört.

Annika Kapp

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