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Bürger, Vereine, Gemeinde: Große Hilfsbereitschaft für Ukraine-Flüchtlinge in Neubiberg

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Von: Harald Hettich

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Herz zeigen die Neubiberger für Ukraine-Flüchtlinge.
Herz zeigen die Neubiberger für Ukraine-Flüchtlinge. © David Young

Die Hilfsbereitschaft für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine ist auch in Neubiberg groß. Zwischen 80 und 100 Geflüchtete sind inzwischen in der Gemeinde untergekommen, berichtete jetzt Neubibergs Kulturamtsleiterin Andrea Braun im Gemeinderat. Tendenz klar steigend.

Neubiberg - „Ein tolles Engagement aller Beteiligten“ lobte Bürgermeister Thomas Pardeller (CSU). Sehr schnell habe die Kommune zwei Appartements und eine Dreizimmerwohnung zur Verfügung gestellt. „Das reicht natürlich längst nicht“, räumt der der Rathauschef ein. Im Bereich der ehemaligen Landebahn werde deshalb in Containerbauweise vom Landkreis Platz für rund 400 Personen geschaffen. „Binnen weniger Wochen soll das auf Neubiberger Areal realisiert sein“, bestätigte Pardeller auf Nachfrage. Etwa sechs Wochen sind demnach für die Errichtung der Unterkünfte veranschlagt.

Wichtig sei jedoch auch das private Engagement. „Ein wertvoller Beitrag“ sei die Hilfe vieler Neubiberger Familien, Wohnraum zur Verfügung zu stellen und den Neuankömmlingen hilfreich zur Seite zu stehen, betonte unter anderen Jürgen Knopp von den Freien Wählern.

Vereine und Bürger engagieren sich

Auch die Freiwillige Feuerwehr brachte mit dem eigenen Versorgungs-Lkw zusammen mit weiteren Landkreis-Einheiten bereits zahlreiche Matratzen, Betten und weitere Grundausstattungen zur zentralen Stelle an der Messe Riem. Überhaupt: Vereine, Organisationen, Gewerbetreibende und Privatpersonen haben laut Gemeinde bereits in den ersten Tagen umfangreiche Spendensammlungen und Hilfstransporte auf die Beine gestellt.

Geldspenden werden gebündelt

Während die Sachspenden vor Ort den Flüchtlingen zur Verfügung gestellt werden sollen, hat sich der Gemeinderat nun einstimmig darauf verständigt, die Geldspenden zentral an das „Aktionsbündnis Katastrophenhilfe“ ( Caritas, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie, UNICEF) weiterzuleiten. Es gelte hier, die Kräfte zu bündeln, waren sich Braun und Knopp einig.

Aber auch lokal wird organisiert und ausgebaut. Kulturamts-Sachgebietsleiterin Stephanie Danneberg fungiert als gemeindliche Integrationsbeauftragte als erste Ansprechperson bei der Vernetzung der vielfältigen Aktivitäten. Eine große Stütze bei Organisation und Planung der Maßnahmen ist auch der Helferkreis Asyl mit 40 bis 50 aktiven Mitstreitern.

VHS bietet Deutschkurs ab Ende der Woche an

„Stolz“ ist man in der Gemeinde nach Brauns Worten auch über den raschen Start eines eigenen Deutsch-Intensivkurses für die Menschen aus der Ukraine, der Ende dieser Woche bereits vonseiten der VHS Südost unter anderem in den Räumen des Hauses für Weiterbildung starten soll. Die Schulen bieten neben der bereits laufenden Integration von Schülern aus dem Kriegsgebiet Deutsch-Lernklassen und pädagogische Zusatzangebote durch Freiwillige an.

Die Kirchengemeinden helfen, die Gemeindebibliothek öffnet ihre Türen für viele Angebote – Andrea Braun wurde mit der Aufzählung kaum fertig. Das alles ist mit Blick auf die zu erwartenden Flüchtlings-Ströme nur ein Anfang – aber aus Neubiberger Sicht ein sehr vielversprechender.

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